Der Frauenpolitische Rat Land Brandenburg e.V. hat bereits viele Projekte erfolgreich durchgeführt. Hier finden Sie einen Rückblick zu einigen der Projekte. Für Details klicken Sie einfach auf die Kurzzusammenfassungen.
Antifeminismus in Brandenburg
Gegenstrategien und Empowernment von Frauen und Mädchen
Antifeminismus begegnet uns zunehmend im politischen und gesellschaftlichen Alltag – oft mit direkten Auswirkungen auf Gleichstellungsarbeit und demokratisches Engagement. Mit dem Projekt „Antifeminismus in Brandenburg“ sensibilisierte der Frauenpolitische Rat für das Thema, stärkte Frauen und Mädchen im Umgang mit Anfeindungen und vernetzte zivilgesellschaftliche Akteur*innen. Workshops, Materialien und Praxiswissen unterstützen dabei, antifeministischen Positionen informiert und solidarisch entgegenzutreten.Für mehr hier klicken ▼.
Antifeminismus in Brandenburg – Gegenstrategien und Empowernment von Frauen und Mädchen
Inhalt
Hintergrund
Antifeminismus ist eine zentrale Komponente des Rechtspopulismus. Er verbreitet sich aktuell ebenso wie vielfaltsfeindliche und extrem rechte Bewegungen, erfährt jedoch nicht die gleiche öffentliche Aufmerksamkeit. Antifeminist:innen lehnen den Feminismus als kollektive Bewegung sowie konkrete Frauen- und Gleichstellungsarbeit ab. Stattdessen fordern sie, gleichstellungspolitische Errungenschaften zurückzunehmen und laufende Aktivitäten einzustellen. Antifeminismus fungiert als Scharnier zwischen konservativen und extrem rechten Milieus und trägt dazu bei, rechtsextreme Einstellungen zu normalisieren. Damit schwächt er den gesellschaftlichen Zusammenhalt und gefährdet die Demokratie. Gleichberechtigung gehört zu unserer demokratischen Gesellschaft; sie ist nicht verhandelbar.
Die Zielgruppen der Arbeit des Frauenpolitischen Rats Land Brandenburg e. V., Mädchen und Frauen, sind in besonderem Maße von den Auswirkungen des erstarkenden Antifeminismus betroffen. In Brandenburg wird Antifeminismus strategisch im Wahlkampf eingesetzt – zur Gewinnung von Wähler:innen, aber auch zur gezielten Schwächung von kandidierenden Frauen. Für die Kommunal- und Landtagswahl 2024 wollten wir daher einerseits Wähler:innen für die Auswirkungen von antifeministischen Einstellungen und Politiken sensibilisieren und andererseits politische und zivilgesellschaftliche Akteur:innen im Engagement für ein tolerantes Brandenburg online und offline stärken.
Vorhaben
Es gibt in Brandenburg lokal verankerte, zivilgesellschaftliche Initiativen und Einzelpersonen, die zum Thema Antifeminismus arbeiten. Mit diesen wurde eine Vernetzung angestrebt. In Zusammenarbeit mit den lokalen zivilgesellschaftlichen Akteur:innen gegen Antifeminismus und Rechtsextremismus wurden dann gezielt zivilgesellschaftlich und politisch aktive Frauen für Antifeminismus sensibilisiert und im Umgang damit gestärkt. Ebenso wurden Mädchen*projekte gezielt durch einen Empowerment-Ansatz zu dem Thema begleitet. Dies geschah durch eine Workshop-Offensive im Vorfeld und im Nachgang der Landtagswahlen 2024. Parallel wurden die bereits vorhandenen umfangreichen Handreichungen und Materialien zum Umgang mit Antifeminismus gebündelt auf einer digitalen Plattform zusammengestellt sowie bei Bedarf nachgedruckt und somit gezielt für Brandenburger:innen zugänglich gemacht. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit wurde außerdem stärker für das Thema sensibilisiert.
Informationssammlung
Aktuelle Broschüren und Studien
- aktuelle Studie und Handreichung zu Antifeminismus in der Gleichstellungsarbeit:
Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG) in Zusammenarbeit mit der Fachstelle Gender und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung 2026: Gegenwind oder doch schon ein Sturm? Antifeminismus in der Gleichstellungsarbeit. Online einsehbar unter https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/wp-content/uploads/2026/04/handreichung_AAStiftung_BAG_digitaleVersion_final-1.pdf - Zur aktuellen Lage:
Amadeu Antonio Stiftung 2023: Zivilgesellschaftliches Lagebild Antifeminismus 2023. Dokumentation und Analysen der Meldestelle Antifeminismus. Online einsehbar unter: https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/wp-content/uploads/2024/03/Lagebild_Antifeminismus_WEBkl.pdf - Zum Themenkomplex sexuelle Selbstbestimmung:
femPI-Netzwerk (Hrsg.) 2023: Pro.fem* Broschüre für sexuelle Selbstbestimmung, Vielfalt und Gendergerechtigkeit. Online einsehbar unter: https://vernetztgegenrechts.hamburg/wp-content/uploads/2023/01/Broschuere_profem.pdf - Übersicht antifeministischer Begriffe mit Erklärungen und Einordnungen:
Gunda Werner Institut (Hrsg.) 2024: Antifeministische Narrative. Ein Diskursatlas. Online einsehbar unter: https://www.gleichberechtigt.org/sites/default/files/uploads/downloads/antifeminismus_als_demokratiegefaehrdung.pdf - Denkanregung:
Heinrich Böll Stiftung (Hrsg.) 2023: Antifeminismus verstehen. Anregungen für ein Denken in Widersprüchen. Online einsehbar unter: https://www.vielfalt-mediathek.de/wp-content/uploads/2023/12/Homo-Trans-und-Interfeindlichkeit_Antifeminismus-verstehen.pdf
Praxistipps: Was tun bei antifeministischen Vorfällen?
- Klare Kante für Gleichstellung – Praktische Argumente gegen Antifeminismus
Eine neue Handreichung des Deutschen Frauenrates (Juni 2025) https://www.frauenrat.de/wp-content/uploads/2025/07/Handreichung-Antifeminismus_Web.pdf
- Handreichung zum Umgang mit Antifeminismus in der kommunalen Gleichstellungspolitik:
BAG kommunaler Gleichstellungsbeauftragter 2021: Antifeminismus als Demokratiegefährdung?! Gleichstellung in Zeiten von Rechtspopulismus. Online einsehbar unter: https://www.gleichberechtigt.org/sites/default/files/uploads/downloads/antifeminismus_als_demokratiegefaehrdung.pdf - Erfahrungen der frauenpolitischen Verbände mit antifeministischen Anfeindungen und Gegenstrategien:
Deutscher Frauenrat 2020: Auswirkungen von Antifeminismus auf Frauenverbände. Demokratie-Empowerment als Gegenstrategie. Eine Expertise. Online einsehbar unter: https://www.frauenrat.de/wp-content/uploads/2020/10/Expertise_Demokratie_Empowerment_digital.pdf - Tipps im Umgang mit fundamental-christlichen Abtreibungegner:innen:
Gunda Werner Institut (Hrsg.) 2017: Dokumentation des Workshops „Strategien im Umgang mit Antifeminismus in der Schwangerschafts(konflikt)beratung mit Kirsten Achtelik und Eike Sanders. Online einsehbar unter: https://www.gwi-boell.de/sites/default/files/uploads/2017/09/ws-5_bericht_schwangerenkonfliktberatung_bringmann.pdf
Argumentationshilfen gegen Antifeminismus
- Argumentationsstrategien:
Rosa Luxemburg Stiftung 2024: Widersprechen und sich positionieren. Gesprächsstrategien gegen rechte und diskriminierende Aussagen. Online einsehbar unter: https://www.rosalux.de/publikation/id/37599/haltung-zeigen/ - Behauptungen und Gegenargumente:
Dissens e.V. Projekt Social Media Interventions 2018: Argumente gegen antifeministische Behauptungen. Online einsehbar unter: https://genderdings.de/argumente - Haltung zeigen:
Gunda-Werner-Institut (Hrsg.) 2019: Sichtbar und aktiv: Haltung zeigen! Argumentieren gegen antifeministische Äußerungen. Ein Methodenhandbuch für Trainer*innen. Online einsehbar unter: https://www.gwi-boell.de/sites/default/files/haltung_zeigen_handbuch_lizenzergaenzung_pdf_16_juli_2019.pdf - Praktische Beispiele:
Gunda Werner Institut (Hrsg.) 2017: Gender raus. Zwölf Richtigstellungen zu Antifeminismus und Gender-Kritik. Online einsehbar unter: http://www.gwi-boell.de/de/2017/07/04/gender-raus-12-richtigstellungen-zu-antifeminismus-und-gender-kritik - Sexismus:
Rosa Luxemburg Stiftung 2016: Ist doch ein Kompliment… Behauptungen und Fakten zu Sexismus. Online einsehbar unter: https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Argumente/lux_argu_9_Sexismus_dt_11-18_3teAufl.pdf
Webseiten
- Anlauf- und Meldestelle:
Meldestelle der Amadeu Antonio Stiftung: www.antifeminismus-melden.de - Umfassende Sammlung von Links, Materialien und Handreichungen:
Antifeminismus Mediathek: https://antifeminismus-begegnen-mediathek.de/de - Online-Wiki zu antifeministischen Akteur:innen, Institutionen und Begriffen:
Diskursatlas Antifeminismus: https://www.diskursatlas.de/ - Aufklärungswebseite zu Gender-Fragen, Argumentationsstrategien gegen Antifeminismus und Tipps zum Umgang mit Hassrede:
Genderdings: https://genderdings.de/
Buch- und Podcast-Tipps
Buchtipps zum Thema Antifeminismus:
- AK Fe.in 2020: Frauen*rechte und Frauen*hass. Antifeminismus und die Ethnisierung von Gewalt. Verbrecher Verlag.
- Blum, Rebekka 2019: Angst um die Vormachtstellung. Zum Begriff und zur Geschichte des deutschen Antifeminismus. Marta Press, Hamburg.
- Hark, Sabine; Villa, Paula-Irene (Hrsg.) 2015: Anti-Genderismus. Sexualität und Geschlecht als Schauplätze aktueller politischer Auseinandersetzungen. Transkript Verlag.
- Henninger, Annette; Birsl, Ursula 2020: Anti-Feminismen. „Krisen“Diskurse mit gesellschaftsspaltendem Potential? Transkript Verlag.
- Lang, Juliane (Hrsg.) 2018: Antifeminismus in Bewegung. Aktuelle Debatten um Geschlecht und sexuelle Vielfalt. Marta Press.
Buchtipps zu fundamental-christlichen Abtreibungsgegner:innen:
- Baars, Christian; Lambrecht, Oda 2009: Mission Gottesreich. Fundamentalistische Christen in Deutschland. Ch. Links Verlag
- Brockschmidt, Annika 2021: Amerikas Gotteskrieger. Wie die religiöse Rechte die Demokratie fürchtet. Rowohlt.
- Sanders, Eike; Achtelik, Kirsten; Jentsch, Ulli 2018: Kulturkampf und Gewissen. Medizinethische Strategien der „Lebensschutz“bewegung, Verbrecher Verlag.
- Sanders, Eike; Jentsch, Ulli, Hansen, Felix 2014: Deutschland treibt sich ab. Organisierter „Lebensschutz“. Christlicher Fundamentalismus. Antifeminismus. Unrast Verlag
- Teidelbaum, Lucius 2018: Die christliche Rechte in Deutschland. Strukturen. Feindbilder. Allianzen. Unrast Verlag.
Buchtipps zum Thema Männerrechtsbewegung und Incels:
- Ginsburg, Tobias 2021: Die letzten Männer des Westens. Antifeministen, rechte Männerbünde und die Krieger des Patriarchats. rowohlt.
- Kaiser, Susanne 2020: Politische Männlichkeit. Wie Incels, Fundamentalisten und Autoritäre für das Patriarchat mobilmachen. Suhrkamp.
- Kemper, Andreas (Hrsg.) 2012: Die Maskulisten. Organisierter Antifeminismus im deutschsprachigen Raum. Unrast Verlag.
- Kemper, Andreas 2011: (R)echte Kerle. Zur Kumpanei der MännerRECHTSbewegung. Unrast Verlag
- Kracher, Veronika 2020: Incels. Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults. Ventil.
Buchtipps zum Thema (Anti-) Feminismus von rechts:
- Farris, Sara 2017: In the name of women’s rights. The rise of femonationalism. Duke University Press.
- Goetz, Anja 2016: Feminismus von rechts? Eine unbehagliche Frage, in: femina politica 25: 2, 129-137.
- Haas, Julia 2020: „Anständige Mädchen“ und „selbstbewusste Rebellinnen“. Aktuelle Selbstbilder identitärer Frauen. Marta Press.
Podcast-Tips zum Thema Antifeminismus:
- Antifeminismus (1/3): Antifeministische Narrative – ein Überblick (Podcast aus der Reihe „Our Voices, Our Choices“ der Heinrich Böll Stiftung)
- Antifeminismus (2/3): Akteur*innen und Finanzierung (Podcast aus der Reihe „Our Voices, Our Choices“ der Heinrich Böll Stiftung)
- Antifeminismus (3/3): Antifeministischen Bewegungen und Organisationen begegnen (Podcast aus der Reihe „Our Voices, Our Choices“ der Heinrich Böll Stiftung)
Workshops aus dem Projektzeitraum
Im Rahmen des Projektes fanden sechs Workshops statt:
Solidarität der frauenpolitischen Verbände als Antwort auf Antifeminismus
27.04.2024, 13:30 – 15:15 Uhr (hybrid, Brandenburg Museum Potsdam und online)
Die Referentin Bianca Strzeja veranschaulichte mit ihrem Input „Intersektionaler Feminismus – gelebte Solidarität in der Gleichstellungsarbeit“ die Komplexität von Mehrfachdiskriminierung und warum dies ein zentrales Wissen zum Verständnis von Antifeminismus ist.
Danach wurden Diskussionen in Kleingruppen geführt zu folgenden Fragestellungen:
- Wie können wir v.a. in diesem Wahljahr gemeinsam gezielter Interessen vertreten und uns u.a. bei antifeministischen Vorfällen unterstützen?
- Wie können wir Solidarität und Zusammenhalt auch über das Wahljahr hinaus stärken, auch mit Blick auf ggf. weiter erstarkenden Antifeminismus?
- Wie können wir insgesamt den Zusammenhalt und das Zugehörigkeitsgefühl im FPR stärken?
Die Mitgliedsverbände und Gäste der Veranstaltung konnten somit die strategischen Ansätze von Antifeminismus beispielhaft nachvollziehen und in der anschließenden Diskussion wurde die Notwendigkeit von einem Verständnis für intersektionalen Feminismus in unserer Verbandsarbeit geschärft.
Antifeminismus in der Mädchen*arbeit: Sensibilisierung und Analyse
05.07.2024, 9:00 Uhr bis 14:00 Uhr (online)
Um die Zielgruppe der Akteur:innen der Mädchen*arbeit abzudecken, fand am 05.07. ein Online-Vernetzungstreffen statt, auf dem zwei zentrale Fragen diskutiert wurden:
- Was entgegnen wir dem aktuell spürbaren Rechtsruck in Brandenburg und bundesweit?
- Wie stärken wir uns sowie Mädchen und junge Frauen gegen den Antifeminismus?
Hierzu hielt Jana Haskamp (Dissens e.V.) einen Keynote Vortrag, die externe Moderation übernahm Olivia Kossobucki.
Mit dieser Veranstaltung konnten wir uns untereinander gegen den Rechtsruck solidarisieren und Strategien sammeln, um die Zukunft der Gleichstellungspolitik, Mädchen*arbeit und -politik mitzubestimmen.
Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit der “AG Zukunft” der Bundesarbeitsgemeinschaft Mädchen*politik, in der Akteur:innen der geschlechtersensiblen Jugendpolitik und Mädchen*arbeit bundesweit vernetzt sind.
„Diversitätssensible Veranstaltungsplanung als Teil der vielfalts- und diskriminierungssensiblen Verbandsarbeit“
Teil 1: 19.10.2024 hybrid (im Treffpunkt Freizeit Potsdam und online) als öffentlicher Teil unserer Mitgliederversammlung;
Teil 2: 04.11.2024 online
Unsere Gesellschaft ist divers: Sprachliche Vielfalt, Regenbogenfamilien, Geschlechter, religiöse Weltanschauungen und viele weitere Merkmale prägen unser Gemeinwesen.
Eigene Veranstaltungen – im Haus oder öffentlich – im Hinblick auf diese Diversität sensibel zu gestalten, so dass sich ein möglichst breites Spektrum von Menschen angesprochen fühlt, ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern essentiell für die Existenzsicherung der eigenen Organisation.
In zwei aufeinander aufbauenden Workshops forderten wir zuerst die Teilnehmenden auf, ihre Privilegien zu analysieren und brachten nachfolgend Kriterien gesellschaftlicher Diversität mit wichtigen Merkmalen von professioneller Veranstaltungsplanung zusammen. Die Einführung in ein Praxistool zeigte erste Handlungsansätze auf für Eure zukünftige Veranstaltungsplanung.
Wir buchten hierfür jeweils die Referentinnen Frieda Wirtz und Sonja Basjmeleh (Doppelpunkt – Diversität und Perspektiven).
Die Essenz beider Teile war, dass wir uns vielfalts- und diskriminierungssensibler in unserer Verbandsarbeit bewegen wollen und auch können, sobald wir uns unserer eigenen Privilegien und Gewohnheiten bewusster werden. Somit baut sich auch ein größeres Verständnis für das Phänomen Antifeminismus auf, da wir bspw. sensibler gegenüber mehrfachdiskriminierten Personen im Öffentlichen Leben werden und lernen, eine klare Haltung zu beziehen.
12.11.2024: „Demokratie braucht Feminismus! Antifeminismus online entgegentreten“
Dieser Online-Workshop wurde für Menschen angeboten, die oft im Internet mit Antifeminismus konfrontiert werden. Hier fand nach einer kurzen Einführung zu Antifeminismus ein Austausch statt zu den Fragen:
- Wo begegnen euch antifeministische Aussagen und Positionen im online Kontext?
- Wie lauten die Aussagen ungefähr?
- Welche Beispiele und Herausforderungen fallen Euch ein?
Neben dem Erfahrungsaustausch wurden auch Methode zum Umgang mit antifeministischen Anfeindungen erlernt. In der Gruppe konnten ebenso Leitlinien für den Umgang mit Antifeminimus und Hate Speech definiert werden.
04.12.2024: „Was sage ich? Agrumentationstraining gegen Antfeminismus im direkten Gespräch“, online
Auch mit den Referent*innen von Gegenargument hielten wir den letzten Workshop im Dezember 2024 ab, der auf ein Argumentationstraining im direkten Gespräch abzielte. Ähnlich wie im Workshop zuvor wurden hier verschiedene konfrontative Situationen durchgespielt und Möglichkeiten, wie darauf zu reagieren sein könnte – in Abhängigkeit der persönlichen Rolle oder dem Grad der Vulnerabilität der eigenen Person oder des persönlichen Umfelds.
Wir sind stetig bemüht, im Rahmen anderer Projekte weitere Angebote zum Thema Antifeminismus begegnen für alle Interessierten zu schaffen.
In der Zwischenzeit empfehlen wir z.B. die Workshops von Gegenargument:
- Gegenargument: Workshops zur (extremen) Rechten. Workshop zu Gender und Antifeminismus. Mehr Informationen unter: https://gegen-argument.de/inhalte/gender-und-antifeminismus/
Relevanz
Während Rechtspopulismus, rechte und vielfaltsfeindliche Bewegungen und menschenfeindliche Ideologien häufiger im Fokus der Öffentlichkeit und zivilgesellschaftlicher (Bündnis-)Arbeit stehen, erfährt Antifeminismus nicht die gleiche gesellschaftliche und öffentliche Aufmerksamkeit.
Wir sind der Auffassung, dass, wenn von Demokratie, Toleranz und Anti-Gewalt-Strategien die Rede ist, auch die Betroffenheit ebenso wie die Bedeutung von Frauen mit bedacht werden muss. Ohne Frauen ist kein Staat zu machen, Toleranz gehört zu den unverzichtbaren Umgangsformen zwischen den Geschlechtern – und die Debatte über Gewalt ist ohne Berücksichtigung der häuslichen Gewalt nur unvollständig. Wir wollen diese Lücke schließen und das bürgerliche Engagement mit aktuellen Diskursen zur Bekämpfung des Antifeminismus stärken.
Zu dem Bekenntnis gegen Antirassismus und Antisemitismus gehört deshalb ganz selbstverständlich auch das Bekenntnis gegen Antifeminismus.
Wir hoffen durch eine stärkere Sensibilisierung zum Themenfeld Antifeminismus spürbar zur Sicherung und Konsolidierung von Toleranz in Brandenburg beitragen zu können.
Das Projekt „Antifeminismus in Brandenburg – Gegenstrategien und Empowerment von Frauen und Mädchen“ wurde gefördert aus Mitteln des „Toleranten Brandenburg“.
Parität
Brandenburg hatte ein Paritätsgesetz. Das erste in Deutschland! Frauen sind die hälfte der Gesellschaft und sollten somit auch in wichtigen Entscheidungspositionen ebenso vertreten sein. Um auch nachdem das Landesverfassungsgericht das Gesetz gekippt hat, weiter für eine paritätische Beteiligung auf allen politischen Ebenen einzustehen, setzt der FPR sich für die Teilhabe von Frauen in der Kommunal- und Landespolitik ein. Für mehr hier klicken ▼.
Hier gehts zur Webseite Brandenburg-paritätisch.de
Im Herbst 2018 feierten wir das 100-jährige Jubiläum des Frauenwahlrechts in Deutschland. Frauen haben in der Politik noch immer nicht die gleichen Chancen sich zu beteiligen wie Männer, auch nach 100 Jahren nicht. Wir als Frauenpolitischer Rat Land Brandenburg fordern, mit allen 300.000 Frauen die bei uns organisiert sind, Geschlechtergerechtigkeit in den Parlamenten! Parität jetzt!
Brandenburg hatte ein Paritätsgesetz
Am 31. Januar 2019 verabschiedete der Brandenburgische Landtag ein Paritätsgesetz – das erste in Deutschland!
Es besagte, dass auf Landesebene die Wahllisten im Reisverschlussprinzip paritätisch besetzt sein müssen. Die Direktmandate waren davon nicht berührt; und auch die kommunale Ebene wurde durch das Gesetz nicht reguliert. Dabei ist gerade auf kommunaler Ebene der Frauenanteil noch geringer als im Landtag: ca. 23 Prozent Frauen sitzen aktuell in Stadt- und Gemeinderäten in Brandenburg.
Das Landesverfassungsgericht in Brandenburg hat das Parité-Gesetz am 23. Oktober 2020 gekippt. Das Gesetz war ein möglicher Schritt, jetzt kommt es darauf an neue Wege zu gehen.
Wir ermutigen Parteien dazu mehr Frauen anzusprechen, zu fördern und ihre internen Strukturen zu modernisieren. Auch die Rahmenbedingungen müssen sich verbessern und die Vereinbarkeit von politischem (Ehren-) Amt, Berufstätigkeit und Familie zu ermöglichen.
Weitere Informationen auf Brandenburg-paritätisch.de
Der Frauenpolitische Rat hat eine eigene Webseite rund um das Thema Parität ins Leben gerufen: unter brandenburg-paritätisch.de können Sie weitere Informationen, Links und Materialien finden. Das Projekt wird gefördert durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz.
Frauen Stimmen Gewinnen
Im September 2021 fand die Wahl zum 20. Deutschen Bundestag statt. Mit Blick auf die Wahlen fand im August 2021 in Potsdam die Wahlkampfveranstaltung „Frauen Stimmen Gewinnen“ in Kooperation mit dem Autonomen Frauenzentrum Potsdam e.V. mit den Spitzenkandidat*innen Olaf Scholz (SPD), Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Saskia Ludwig (CDU), Norbert Müller (Die Linke), Linda Teuteberg (FDP) statt. Für mehr hier klicken ▼.

Fotos: Simone Ahrend, sah@sah-photo.de
Blogbeitrag von Heidrun Szczepanski:
Pressespiegel
News
13.08.2021 – Potsdamer Neueste Nachrichten (PNN) – Artikel
Damenwahl und Männertausch
„Am Freitag trafen die Direktkandidaten im Wahlkreis 61 und damit auch die Kanzlerkandidaten Annalena Baerbock und Olaf Scholz in zwei Runden aufeinander.“
13.08.2021 – Märkische Allgemeine (MAZ) – Artikel
Baerbock und Scholz bei Podiumsdiskussionen in Potsdam
„Zunächst geht es bei einer Veranstaltung des Frauenpolitischen Rats Land Brandenburg (16.00 Uhr) auf der Freilichtbühne des Hans OttoTheaters mit den weiteren Direktkandidaten Saskia Ludwig (CDU), Norbert Müller (Linke) und Linda Teuteberg (FDP) um die Frage, wie die Kand…“
13.08.2021 – ZEIT Online – Artikel
Wahlkreis Potsdam: Noch ist Potsdam nicht gewonnen
Ein regionaler Verband, hier der Frauenpolitische Rat Land Brandenburg, hat die örtlichen Bundestagskandidaten zur Diskussion gelade Mitglieder und andere Interessierte dürfen Fragen stelle Das Themenspektrum reicht an diesem Abend von der Mädchenförderun…
13.08.2021 – Süddeutsche Zeitung – News
Scholz und Baerbock streiten über Bundeseinfluss bei Bildung
„Es braucht einen Rechtsanspruch auf Schutz, und der Bund muss dauerhaft in die Finanzierung mit einsteigen“, forderte sie bei der Podiumsdiskussion des Frauenpolitischen Rats Brandenburg. Scholz sagte: „Wir müssen eine umfangreiche Schutzstruktur aufbauen und Frauen besser schützen, als es heute der Fall ist.“ Dabei könne auch ein Rechtsanspruch auf einen Frauenhaus-Platz helf…“
13.08.2021 – BZ Berlin – News
Scholz und Baerbock fordern mehr Schutz für Frauen
„Beide trafen heute bei einer Podiumsdiskussion des Frauenpolitischen Rats Brandenburg in Potsdam aufeinander. Baerbock beklagte, es gebe in Deutschland zu wenig Plätze in Frauenhäusern und teilweise müssten Frauen auch mit Kindern abgewiesen werden.“
13.08.2021 – RTL.de – News
Scholz und Baerbock streiten über B…
„Es braucht einen Rechtsanspruch auf Schutz, und der Bund muss dauerhaft in die Finanzierung mit einsteigen“, forderte sie bei der Podiumsdiskussion des Frauenpolitischen Rats Brandenburg. Scholz sagte: „Wir müssen eine umfangreiche Schutzstruktur aufbauen und Frauen besser schützen, als es heute der Fall ist.“
13.08.2021 – Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) – Artikel
Gewalt gegen Frauen: Scholz und Baerbock fordern Rechtsanspruch auf Schutz
„Beide trafen am Freitag bei einer Podiumsdiskussion des Frauenpolitischen Rats Brandenburg in Potsdam aufeinander. Baerbock beklagte, es gebe in Deutschland zu wenig Plätze in Frauenhäusern und teilweise müssten Frauen auch mit Kindern abgewiesen werden.“
13.08.2021 – FOCUS Online Regional – Artikel
Scholz und Baerbock: Schutz von Frauen gegen Gewalt stärken
„Beide trafen am Freitag bei einer Podiumsdiskussion des Frauenpolitischen Rats Brandenburg in Potsdam aufeinander. Baerbock beklagte, es gebe in Deutschland zu wenig Plätze in Frauenhäusern und teilweise müssten Frauen auch mit Kindern abgewiesen werden.“
13.08.2021 – t-online – News
Scholz und Baerbock streiten über Bundeseinfluss bei Bildung
„Es braucht einen Rechtsanspruch auf Schutz, und der Bund muss dauerhaft in die Finanzierung mit einsteigen“, forderte sie bei der Podiumsdiskussion des Frauenpolitischen Rats Brandenburg. Scholz sagte: „Wir müssen eine umfangreiche Schutzstruktur aufbauen und Frauen besser schützen, als es heute der Fall ist.“ Dabei könne auch ein Rechtsanspruch auf einen Frauenhaus-Platz helf…“
13.08.2021 – n-tv – Artikel
Baerbock und Scholz bei Podiumsdiskussionen in Potsdam
„Zunächst geht es bei einer Veranstaltung des Frauenpolitischen Rats Land Brandenburg auf der Freilichtbühne des Hans Otto Theaters mit denweiteren Direktkandidaten Saskia Ludwig (CDU), Norbert Müller (Linke) und Linda Teuteberg (FDP) um die Frage, wie die Kandidaten Gesch…“
13.08.2021 – FOCUS Online Regional – Artikel
Baerbock und Scholz bei Podiumsdiskussionen in Potsdam
„Zunächst geht es bei einer Veranstaltung des Frauenpolitischen Rats Land Brandenburg auf der Freilichtbühne des Hans Otto Theaters mit den weiteren Direktkandidaten Saskia Ludwig (CDU), Norbert Müller (Linke) und Linda Teuteberg (FDP) um die Frage, wie die Kandidaten Gesch…“
13.08.2021 – Die Welt – Artikel
Annalena Baerbock und Olaf Scholz diskutieren über frauenpolitische Themen
„Bei der Veranstaltung „Frauen Stimmen Gewinnen“ in Potsdam geht es um frauenpolitische Themen. Sehen Sie die Diskussion von Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock, SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz, Saskia Ludwig (CDU) und Norbert Müller (Linke) hier im Livestream. © Axel Springer SE. Alle Rechte vorbehalten.“
Social Media
RT @hansottotheater: „Frauen Stimmen Gewinnen“ auf der Sommerbühne am Tiefen See! @AFZ_Potsdam @ABaerbock @LindaTeuteberg @OlafScholz @Norb…
RT @PNN_de: Die beiden Kanzlerkandidaten und Direktkandidaten im Wahlkreis 61 @ABaerbock und @OlafScholz trafen am Freitag in #Potsdam bei…
Wahlblog 2019
https://www.frauenpolitischer-rat.de/category/frauen-stimmen-gewinnen-wahlblog/
Bündnis von 39 Organisationen: “Uns könnt Ihr Euch nicht sparen!”
Als 2021 massive Kürzungen im sozialen, frauen- und gleichstellungspolitischen Bereich drohten, schlossen sich zahlreiche Organisationen in Brandenburg zum Bündnis „Uns könnt ihr euch nicht sparen!“ zusammen. Gemeinsam machten sie sichtbar, welche Folgen Einsparungen für Frauen, Familien, queere Menschen und soziale Infrastruktur haben. Die Aktion setzte ein klares Zeichen für den Erhalt und die Stärkung gleichstellungspolitischer Arbeit in Brandenburg.Für mehr hier klicken ▼.
Fotos: Simone Ahrend, sah-photo.de
02.11.2021, 15:30 Uhr: #OhneUns
03.11.2021, 09:30 Uhr: Rettet die Schulkrankenschwestern
Frauenpolitische, feministische und queere Projekte in Brandenburg schützen!
Der Landtag Brandenburg plant umfangreiche Kürzungen von Projekten, die ohnehin schon zu schlecht ausgestattet sind. Die Haushaltsverhandlungen beginnen jetzt, wir zeigen, was auf dem Spiel steht:






Die Kürzungen werden besonders denen schaden, die die Gesellschaft in der Krise am Laufen gehalten haben. Das Bündnis “Uns könnt Ihr Euch nicht sparen” fordert politische Maßnahmen, die kreativer sind als ein Rasenmäher. Stattdessen müssen Strukturen gestärkt und neue Wege gegangen werden – jetzt mehr denn je!
Argumentationspapier
Der Entwurf der Landesregierung für den Haushaltsplan 2022 des Landes Brandenburg sieht gravierende Kürzungen bei der Förderung von Frauen und Familien vor. Das Aktionsbündnis kritisiert den vorliegenden Entwurf und fordert die Rücknahme von Kürzungen und die Aufstockung der Mittel zur Förderung von denjenigen, die in der Krise besonders benachteiligt werden.
In den letzten Jahren haben sich Landtagsabgeordnete in Zusammenarbeit mit den Frauen- und Familienverbänden erfolgreich für eine notwendige Erhöhung von Mitteln eingesetzt. Im Haushaltsplan 2022 sind untragbare Kürzungen vorgesehen. 1,5 Stellen bei den Familienverbänden: gestrichen! 11% des Budgets für das Gleichstellungspolitische Rahmenprogramm: gestrichen! 450.000 Euro für Kinderwunschbehandlungen, also die komplette Förderung: gestrichen! Projektmittel für den Landesaktionsplans “Queeres Brandenburg”: fast 50% gestrichen!
Diese Kürzungen greifen das soziale Fundament des Landes Brandenburg an. Wir wissen von keinem anderen Bundesland, was solche massiven Kürzungen im Etat seines Sozialministeriums plant!
Wir brauchen soziale, nachhaltige politische Entscheidungen – Entscheidungen für diejenigen, die sich für eine vielfältige demokratische Gesellschaft einsetzen und die Menschen unterstützen, die dringend Unterstützung brauchen. Was fehlt, sind klare politische Akzente! Das Herzstück der Gleichstellungspolitik im Land Brandenburg, das Gleichstellungspolitische Rahmenprogramm, umfasst ohnehin nur 0,018% des Landeshaushalts. Es müsste aufgestockt anstatt gekürzt werden. Zukunftsfähige Programme, die den Zusammenhalt in der Gesellschaft fördern und gewährleisten sollen, brauchen ausfinanzierte Verbände für die Umsetzung! Der Landtag hat am 16.02.2021 den Beschluss „Frauen in der Corona Krise stärken“gefasst. Wir fordern, dass dieser Beschluss in der Haushaltsaufstellung Berücksichtigung findet.
Der tatsächliche Mehrbedarf im Bereich der Frauen- und Familienverbände zeigt sich nicht erst durch die Corona Pandemie. Es muss dringend investiert werden! Die
Landesregierung reagiert nicht auf den Anstieg von häuslicher Gewalt während der Pandemie. Der Gewaltschutzbereich wird trotz offensichtlicher höherer Bedarfe vom Land nicht ausgebaut. Demokratiefeindliche Strukturen wachsen und liefern einen Nährboden für Parteien und Vereinigungen, die schon jetzt mit rassistischen Parolen im Gewaltschutzbereich für Frauen laut werden – damit meinen sie aber nur weiße, deutsche Frauen. Es ist ein Skandal, dass die Geschäftsführer:innen der strukturgebenden Organisationen der Gleichstellungspolitik im Land Brandenburg, der queeren, Frauen- und Familienverbände mit einer E9 weiter unter Tarif bezahlt werden. Gerade die Mitarbeiter:innen der Landesverbände, der Frauenhäuser und Frauenzentren werden so die Ziele, die sie mit dem Land vereinbart haben, nicht erfüllen können.
Was sind die Konsequenzen der Kürzungen für die Menschen hier in Brandenburg?
In der Familienverbandsarbeit sollen 72.000 Euro gestrichen werden – das umfasst 1,5 Vollzeitstellen. Familien, die von den Konsequenzen der Corona-Maßnahmen betroffen sind, bekommen weniger Beratungsmöglichkeiten! Die alleinerziehende Mutter, die aufgrund der Corona-Krise ihren Job als Kellnerin verloren hat und nun Beratung und Unterstützung braucht, wird vor verschlossener Tür stehen. Leidtragende sind dann nicht nur die Frauen, sondern auch die Kinder – die Zukunft Brandenburgs. Das kann kein politisches Ziel sein! Hier wird offensichtlich gespart, ohne die dadurch entstehende Not zu sehen.
Das Gleichstellungspolitische Rahmenprogramm Brandenburg soll um 11% gekürzt werden, also 30.500 Euro. Frauenzentren im Land müssen ggf. schließen. Die Frauenzentren sind Anlaufstellen für Frauen, die in schwierigen Lebenslagen sind, von Armut betroffen oder als migrantische Frauen in Deutschland ankommen sind. Es geht um die persönliche Begegnung, die soziale Vernetzung und gegenseitige Stärkung – insbesondere nach der sozialen Isolation während der Lockdowns. Erst in diesem Jahr hat die Landesregierung das Gleichstellungspolitische Rahmenprogramm neu aufgelegt. Sollen die Mittel dafür jetzt gleich wieder zurückgenommen werden? Können wir die gesetzten Ziele des Programms dann erfüllen? Nein, hier wird gegen die eigenen politischen Entscheidungen verstoßen! Dabei ist es gerade jetzt wichtig, Politik partizipativ zu gestalten.
Die Kinderwunschbehandlung fällt ebenfalls den Kürzungen zum Opfer. Es fehlen dann 450.000 Euro. Mit dem geplanten kompletten Wegfall der Kinderwunschbehandlung, welche andere Bundesländer weiterhin fördern, werden Familien mit Kinderwunsch finanziell allein gelassen.
Im queeren Bereich sollen Maßnahmen um knapp 110.000 Euro und damit um fast 50 Prozent geringer ausfallen als im laufenden Jahr. Der Landesaktionsplan “Queeres Brandenburg” sollte Familien, jungen queere Menschen und queeren Geflüchteten Beratungsmöglichkeiten und Begegnungsräume bieten. Trotz wachsender Nachfrage soll hier gekürzt werden? Eine wirksame zivilgesellschaftliche Interessenvertretung queerer Menschen im Land Brandenburg wird dadurch auf Jahre hinaus unmöglich gemacht.
Sehr geehrte Abgeordnete:
In was für einer Gesellschaft wollen wir leben? In welcher Gesellschaft werden wir leben, wenn wir die Vielfalt finanziell einkürzen? Es wird ein Haushalt mit einem Umfang von 14,7 Mrd. Euro diskutiert. Die Finanzministerin hat unterstrichen, dass die Finanzlage des Landes trotz aller Schwierigkeiten gut ist. Wir erkennen die Einnahmeverluste an und uns ist bewusst, dass es Einschnitte bedarf. Aber bitte vergessen Sie nicht: Wir leben in einem Sozialstaat! Und wie ernst es die Brandenburger Regierung und das Brandenburger Parlament damit meinen, ist daran festzumachen, wie mit den Schwächsten, wie mit den am meisten Hilfe und Unterstützung benötigenden Menschen umgegangen wird.
Die Landesregierung hat bislang klar Stellung bezogen und Frauen- und Familienverbände sowie queere Verbände gefördert. Wir fordern Sie dringend auf: Bekennen Sie sich als Landtagsabgeordnete! Setzen Sie ein Exempel und lassen Sie die Kürzung der circa 0,02 % des Gesamtlandeshaushaltes, die uns für unsere Arbeit bisher zur Verfügung gestellt wurden, nicht zu, sondern legen Sie noch eine Schippe drauf! Unterstützen Sie uns und helfen Sie mit, dass Brandenburg sozialer, gerechter und menschlicher wird!



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Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) im Land Brandenburg
Arbeitslosenverband Deutschland, Landesverband Brandenburg e.V.
Autonomes Frauenzentrum Potsdam e.V.
Brandenburger Landfrauenverband e.V.
Beratungs- und Krisenzentrum für Frauen Rathenow
Bündnis 90/Die Grünen, Landesverband Brandenburg, LAG Feminismus
CSD Potsdam
DIE aNDERE
Demokratischer Frauenbund, Landesverband Brandenburg e.V. (dfb)
Deutscher Gewerkschaftsbund Berlin-Brandenburg
Dreist e.V.
Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft Frauen (EVG)
Frauen in der Evangelischen Kirche Berlin – Brandenburg – schlesische Oberlausitz
Frauenzentrum Cottbus e.V.
Frauenzentrum Schwedt
Frauenpolitischer Rat Land Brandenburg e.V. (FPR)
Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstfördernden e.V., Gruppe Brandenburg (GEDOK)
Hebmmenverband Deutschland, Landesverband Brandenburg e.V.
InVia – Katholischer Verband für Mädchen und Frauensozialarbeit für das Erzbistum Berlin e.V.
Jugendforum Falkensee
Katholischer Deutscher Frauenbund Diözesanverband Berlin e. V. (KDFB Berlin)
Kontakt und Koordinierungsstelle Mädchen*arbeit im Land Brandenburg (KuKMA)
Landeskoordinierungsstelle „Queeres Brandenburg“
Landesverband AndersArtig e.V.
Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten an brandenburgischen Hochschulen (LaKoG)
Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Land Brandenburg (LAG kGBA)
Landesarbeitsgemeinschaft der Familienverbände Brandenburg (LAG F)
Landesarbeitsgemeinschaft der Mehrgenerationenhäuser Land Brandenburg
Liberale Frauen Brandenburg
LINKE Frauen Brandenburg
Netzwerk der brandenburgischen Frauenhäuser e.V.
Ökologisch-Demokratische Partei Brandenburg
Selbsthilfegruppen Alleinerziehender, Landesverband Brandenburg e.V. (SHIA)
Unabhängige Frauenliste Königs Wusterhausen
Unabhängiger Frauenverband Brandenburg e.V.
Valetudo – Haus für Gesundheit, Familie und Bildung
Verdi Berlin-Brandenburg
Verband Alleinerziehender Mütter und Väter Landesverband Brandenburg e.V. (VAMV)
Zonta Club Potsdam
Argumentationspapier als PDF
Aufruf zum Mitmachen
Das Finanzministerium in Brandenburg plant eine dramatische Kürzung bei den freiwilligen Leistungen im Landeshaushalt. Das kann in einigen Bereichen sogar heißen, dass ganze soziale, kulturelle und politische Projekte gestrichen oder so stark gekürzt werden müssen, dass sie nicht mehr umgesetzt werden können. Nicht auf unsere Kosten, sagen Frauen, queere Personen und Familien, oft genug Superheld:innen des Alltags genannt, weil sie seit über einem Jahr die Coronakrise stemmen. Sie tragen die Hauptlast der Krise – sowohl im Privaten als auch im Berufsleben. Die Kürzungen werden besonders denen schaden, die die Gesellschaft in der Krise am Laufen gehalten haben. Das Bündnis fordert politische Maßnahmen, die kreativer sind als ein Rasenmäher. Stattdessen müssen Strukturen gestärkt und neue Wege gegangen werden – jetzt mehr denn je!
Wir zeigen auf die Probleme:
Die Pandemie hat ein Loch im Landeshaushalt hinterlassen. Aber nicht nur das: unbezahlte Sorge- und Pflegearbeit belastet auch die privaten Haushalte.
Die Corona-Krise hat deutlich gezeigt, dass es große strukturelle Benachteiligungen und Ungerechtigkeiten zwischen den Geschlechtern in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens gibt. Durch die Krise haben sich die Probleme einmal mehr verschärft – insbesondere für Frauen, Familien und queere Menschen. Ihre Situation hat sich in den letzten Monaten durch Isolation, Quarantäne, Home-Schooling bzw. Kinderbetreuung und Home-Office zunehmend verschlechtert. Und wer beruflich im sozialen Sektor arbeitet, ist vielfach über die eigene Belastungsgrenze hinausgegangen. Viele Pflegekräfte tragen sich mit dem Gedanken, die Branche zu wechseln.
Begegnungs-, Beratungs- und Hilfestrukturen und Organisationen, die sich für gesellschaftliche Teilhabe, Vielfalt und Toleranz einsetzen, wie auch Schutzeinrichtungen für Frauen, Familien oder Migrant:innen haben hart unter der Krise gelitten. Trotzdem sind sie seit März 2020 für die Menschen in dieser schwierigen Zeit da. Und genau diese Strukturen sind es – und werden es auch zukünftig sein – die einen unerlässlichen Beitrag leisten, wenn es um die Verarbeitung der psychosozialen Folgen der Pandemie geht. Akteur:innen sollten nicht um ihre Existenz bangen müssen – weder in Krisen noch davor oder danach.
Wer zahlt am Ende für die Krise? Sind es diejenigen, die auch schon vorher benachteiligt waren?
Wir befürchten, dass Ungleichheiten und soziale Ungerechtigkeit weiter zunehmen werden: es zeichnet sich ab, dass es kein Konzept gibt, wie wir aus der Krise lernen wollen und wie die Krise bezahlt werden soll. Der Rotstift wird angesetzt und es soll überall gleich gekürzt werden. Das ist der falsche Weg.
Wir fordern einen Ansatz, der die Folgen der Krise nach ihren Auswirkungen auf die Geschlechter bemisst.
Wir wollen anders aus der Krise gehen, als wir hinein gekommen sind!
Der Landeshaushalt 2022 darf frauen-, gender- und gleichstellungspolitische Projekte, Vereine und Initiativen nicht zerstören. Denn sie arbeiten an Themen, die Verfassungsrang haben und für die die Koalition sich ausgesprochen hat. Wer ehrenamtlich Aktiven und zivilgesellschaftlichen Gruppen die ausreichende Finanzierung verweigert, schwächt damit das Engagement für Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern auf allen politischen Ebenen.
Es reicht! Wir stehen geschlossen und solidarisch zusammen, laut und groß! Wir wollen allen eine Stimme geben, die durch die Krise zunehmend in der Gesellschaft immer weiter in den Hintergrund gedrängt wurden.
Die Superheld:innen in Brandenburg halten zusammen!
Schließt Euch unserem Aufruf an!
Zukunftsperspektiven
Wie stellen sich Frauen ihre Zukunft im Alter vor – und welche Herausforderungen begegnen ihnen dabei? Das Interview- und Bildprojekt „Zukunftsperspektiven von Frauen – zwischen Grundversorgung und Wohlleben“ gibt 12 Frauen eine Stimme und macht sichtbar, wie sich strukturelle Ungleichheiten auf ihre Lebensrealität auswirken. Die persönlichen Perspektiven regen zum Nachdenken an und eröffnen neue Blickwinkel auf Altersvorsorge, Care-Arbeit und Selbstbestimmung. Für mehr hier klicken ▼.
6 Fragen, 12 Frauen, 6 Antworten.
Aktuell leisten Frauen weiterhin mehr Arbeit in der Kindererziehung, in der Fürsorge und Pflege als Männer, und das unbezahlt. Diese Zeit fehlt häufig an Stellen der eigenen Vorsorge und Fürsorge. Finanziell und emotional stehen sie damit vor Herausforderungen. Zudem arbeiten Frauen öfter im Niedriglohnsektor, in Teilzeit oder Minijobs. Diese strukturelle Ungleichheit wirkt sich auf ihre Lebensqualität im Alter aus.
Sie stehen vor verschiedenen Fragen.
Wie sieht meine Zukunft im Ruhestand aus? Was gehört für mich zu einem guten Leben im Alter? Wie sieht meine grundsätzliche Absicherung aus? Kann ich etwas tun, um für mich zu sorgen? Welche Möglichkeiten habe ich aktiv darauf Einfluss zu nehmen? Was tue ich für meine Altersvorsorge?
Das Interview- und Bildprojekt „Zukunftsperspektiven von Frauen – zwischen Grundversorgung und Wohlleben“ hat diese Fragen aufgegriffen und dazu mit 12 Frauen gesprochen. Sie machen Mut, sie regen zur Diskussion an, sie werfen weitere Fragen auf und bieten Perspektiven für Veränderungen.
Wir veröffentlichen die Fotos mit Zitaten in regelmäßigen Abständen auf Facebook und Instagram!
Herausgeber: Frauenpolitischer Rat Land Brandenburg e.V.
Redaktion: Corinne Waldbach
Interviews: Lisa Ehrlich
Fotografie/Design: Simone Ahrend
ZAKIM – Zukunft und Arbeit durch Kompetenz, Integration und Mobilität
Zielsetzung des im Rahmen des ESF-Bundesprogramms IdA – Integration durch Arbeit – gestarteten Projektes war es, durch innovative transnationale Austausch- und Mobilitätsvorhaben die Beschäftigungschancen von Menschen mit Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu erhöhen. Projektträger war der Demokratische Frauenbund Landesverband Brandenburg e. V. im Projektverbund mit dem Amt für Grundsicherung Landkreis Oder-Spree, dem FAW Fürstenwalde und dem Frauenpolitischen Rat Land Brandenburg e. V., zu den transnationalen Partnern gehören Organisationen aus Frankreich, Italien, Dänemark, Schweden und Österreich. Das Projekt zielte darauf, durch transnationale Praktika fachliche und interkulturelle Kompetenzen sowie Mobilitätskompetenzen von Menschen mit Behinderung zu erweitern und dadurch deren Chancen für den Zugang und eine Integration in den Arbeitsmarkt zu erhöhen. Durch die Projektteilnahme wurden die personalen Kompetenzen der Zielgruppe erhöht. Die Stärkung des Selbstbewusstseins und des Selbstvertrauens durch Erfahrungslernen in einem fremden kulturellen und geografischen berufspraktischen Umfeld spielten dabei eine wichtige Rolle. Die projektbedingte zeitweilige Integration in den europäischen Arbeitsmarkt erweitert berufliches Praxiswissen, fördert die Mobilitätskompetenz, interkulturelle Kompetenzen, Sprachkompetenzen und soziale Kompetenzen. Die erworbenen Kompetenzen wurden zertifiziert. Zur Zielgruppe gehörten Arbeit suchende junge Erwachsene mit Behinderung an der Schnittstelle Ausbildung/Beruf, Arbeit suchende Erwachsene mit Behinderung. Die Umsetzung des Projektes erfolgte in Zusammenarbeit mit Vertreter/innen von Selbsthilfeorganisationen und Interessenverbänden, von Verbänden, der Sozialpartner und der Arbeitsverwaltung.
Green Economy: Gender_Gerecht!
Logo GreenEconomy
Auf dem Weg in eine ressourcenschonende und gerechte Gesellschaft
20 Jahre nach der legendären UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro soll an gleichem Ort wieder eine UN-Konferenz zu nachhaltiger Entwicklung stattfinden. Rio+20 der folgerichtige Titel, inhaltlich stellt sie sich allerdings etwas eingeschränkter dar: Green Economy im Zusammenhang mit nachhaltiger Entwicklung und Armutsbekämpfung ist eines der Themen, institutionelle Rahmenbedingungen für nachhaltige Entwicklung (Governance) das andere.
Das Thema Green Economy wurde bislang fast gänzlich unter Ausschluss von Frauen diskutiert, ein Grund mehr für uns, am Projekt „Green Economy Gender_Gerecht“ mit zu arbeiten, welches mit der Unterstützung vom BMU/UBA am 1.4.2011 seine Arbeit aufnahm. Initiiert wurde das Projekt von genanet – Leitstelle Gender, Umwelt, Nachhaltigkeit. Mit dabei sind als Kooperationspartner der Deutsche Frauenrat, die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands und der Verband Deutscher Unternehmerinnen. Das Projekt soll dazu beitragen, die Konzepte und Diskussionen über eine Green Economy geschlechtergerecht zu gestalten, und deren lebensweltlichen Bezug herzustellen; es soll Frauen(verbände) dazu motivieren, sich aktiv an dem Meinungsbildungs- und Transformationsprozess zu beteiligen und zu diskutieren, was Frauen zu nachhaltigem Konsum und nachhaltiger Produktion beitragen können und auch umgekehrt, wie sie von dem Transformationsprozess profitieren können.
Gemeinsam mit den Partnerinnen und weiteren Expertinnen aus dem Bereich Konsum und feministische Ökonomie sollen Informationen erstellt und Eckpunkte diskutiert werden, wie eine „Grüne Ökonomie“ aus der Genderperspektive aussehen sollte. Dabei kann und darf es nicht nur um eine umwelt- und ressourcenschonendere Produktion gehen, sondern um ein grundlegend anderes Verständnis zukünftigen Wirtschaftens, um den lebensweltlichen Bezug der Wirtschaft, der selbstverständlich den Bereich der Care-Ökonomie gleichwertig zur industriellen Produktion setzt. Ein Konzept, das sich vom Wachstumszwang abwendet, und Wohlstand neu definiert. Wir freuen uns auf viele anregende Diskussionen und rufen Sie dazu auf, sich daran zu beteiligen.
Hier finden Sie die Ergebnisse der bisherigen Diskussion:
Green Economy und Konsum: Gender_gerecht?
Zum Verhältnis von Gender, Green Economy und Finanzmärkten. Warum nachhaltiges, geschlechter_gerechtes Wirtschaften eine andere Gestaltung der Finanzmärkte braucht.
Green Economy: Gender_Gerecht!
Auf dem Weg in eine ressourcenschonende und gerechte Gesellschaft
Ergänzend zum Ende letzten Jahres fertiggestellten Diskussionspapier wurde jetzt ein weiteres Papier veröffentlicht. Daniela Gottschlich von der Leuphana Universität (Lüneburg) beschreibt darin, wie die Verbindung zwischen Care und Green Economy aussehen könnte am Beispiel der Sorge für Ältere und der Sorge für die Natur – und wirft viele Fragen auf.
Beide Beispiele haben im Vorfeld bereits für viele Diskussionen gesorgt. Genau das wünschen wir uns weiterhin und freuen uns über Ihre Rückmeldungen
Nachhaltiges Wirtschaften: Zum Verhältnis von Care und Green Economy











































