Die Brandenburgischen Frauenwochen sind deutschlandweit ein einzigartiges politisches Format, das engagierte Frauen jedes Jahr mit Leben füllen. In ganz Brandenburg werden mehr als 200 Veranstaltungen von ganz unterschiedlichen Veranstaltenden organisiert.

// Diskussionen // Theater // Kino // Ausstellungen // Sportveranstaltungen // Workshops // und viele mehr

Wir informieren, thematisieren Diskriminierungen und Missstände, transportieren unsere Forderungen in Gesellschaft und Politik, vernetzen und empowern uns gegenseitig.


Inhalt

Motto 2027: Immer. Wi(e)der. Ständig. Für uns, für alle.

Frauen und Mädchen sind die Hälfte der Gesellschaft. Trotzdem müssen sie noch immer für gleiche Rechte, Anerkennung und gleichberechtigte Teilhabe kämpfen. Viele dieser Kämpfe fi nden immer, wieder, ständig statt – oft im Kleinen, oft unsichtbar. Doch die Gründe der Ungleichheiten sind nicht individuell, sondern liegen in gesellschaftlichen Strukturen, die Ungleichheit fortschreiben. Die Ungleichheiten zu beseitigen, nützt den Frauen und Mädchen. Diese Ungleichheiten zu bekämpfen, ist die Aufgabe aller Kämpfer*innen für Demokratie und Gerechtigkeit.

Mit dem Motto „Immer.Wi(e)der.Ständig. Für uns, für alle.“ greifen die Brandenburgischen Frauenwochen 2027 (BFW) die Realität vieler Frauen und Mädchen auf: Der Kampf um gleiche Chancen, um gleiche Bezahlung, um Schutz vor Gewalt, für politische Mitbestimmung und die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pfl ege sind Alltag.

Gerade in Brandenburg zeigen sich diese Herausforderungen oft besonders deutlich: Lange Wege, Einsparungen statt Ausbau in der sozialen Infrastruktur und der Rückzug öffentlicher Daseinsvorsorge treffen Frauen meistens zuerst. Gleichzeitig sind es vielerorts Frauen, die Vereine tragen, Nachbarschaften zusammenhalten, Familien unterstützen und sich ehrenamtlich für das Gemeinwohl engagieren. Sie halten Brandenburg zusammen.

Zugleich geraten gleichstellungspolitische Akteur*innen zunehmend unter Druck. Kommunale Gleichstellungsbeauftragte, Frauenverbände und Initiativen sehen sich immer häufi ger mit Anfragen und Angriffen aus rechten politischen und medialen Kreisen konfrontiert.
Wir erleben aktuell Entwicklungen, die Fortschritte gefährden. Ein gesellschaftlicher Rechtsruck, antifeministische Positionen und die Rückkehr einengender Geschlechterrollen, zusammen mit einem ansteigenden Sparzwang, stellen Gleichstellung und die zugehörigen Strukturen infrage. Dabei ist Gleichstellung kein Luxus, auf den in Zeiten leerer Kassen verzichtet werden kann, sondern Ausdruck demokratischer Grundwerte und Fundament für gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Immer. Wieder. Ständig.

Frauen kämpfen immer. Frauen kämpfen wieder. Frauen kämpfen ständig. Für sichere Räume. Für Selbstbestimmung. Für Respekt. Für Sichtbarkeit. Für gleiche Teilhabe. Für sich und für alle.
Das bedeutet auch: Nicht müde zu werden, wenn längst Erreichtes erneut infrage gestellt wird. Nicht leise zu werden, weil andere es fordern. Und nicht wegzusehen, wenn Menschen ausgegrenzt oder ihre Rechte eingeschränkt werden.
Immer. Wider. Ständig. Das Motto steht nicht nur für Ausdauer. Es beschreibt auch den Widerstand. Für die Bereitschaft und den Mut, unbequeme Fragen zu stellen, Widersprüche auszuhalten und Verhältnisse zu hinterfragen, die Ungleichheiten hervorbringen. Fortschritt entsteht selten dadurch, dass alles so bleibt, wie es ist. Fortschritt ist nur da möglich, wo Menschen Missstände benennen und Veränderung einfordern.

Für uns.

„Für uns“ bedeutet, die Lebensrealitäten von Frauen und Mädchen ernst zu nehmen. Es bedeutet, Erfahrungen sichtbar zu machen, Solidarität zu stärken und gemeinsam für bessere Bedingungen einzutreten.
Gleichzeitig ist es eine Einladung an alle, die sich bisher noch nicht engagieren, sich bislang nicht als politisch verstanden haben oder sich fragen, ob die eigene Stimme überhaupt etwas verändern kann. Mach mit! Gesellschaftlicher Wandel beginnt oft dort, wo Menschen ihre Erfahrungen teilen, Fragen stellen und sich mit anderen zusammenschließen.
Die BFW zeigen jedes Jahr: Niemand muss allein für Veränderungen eintreten. Aus einzelnen Stimmen werden gemeinsame Forderungen. Aus Erfahrungen werden Perspektiven. Aus Begegnungen entstehen Netzwerke, Initiativen und Bündnisse.

Für Alle.

Wer für Frauenrechte kämpft, kämpft nicht nur für sich allein. Sondern auch für diejenigen, deren Stimmen zu oft überhört werden. Für diejenigen, die Unterstützung brauchen. Für diejenigen, die es gerade selbst nicht können.
Dazu gehört auch, Frauen und Mädchen den Weg in politische Verantwortung zu erleichtern. Das Interesse an politischem Engagement ist vorhanden. Doch ein rauer werdendes gesellschaftliches Klima erschwert es zunehmend, Frauen für politische Ämter und Mandate zu gewinnen und langfristig zu halten. Eine lebendige Demokratie braucht die Perspektiven, Erfahrungen und Ideen aller Menschen in Parlamenten, Kommunalvertretungen, Vereinen, Initiativen und Nachbarschaften.
Gleichstellung ist deshalb kein Sonderinteresse einzelner Gruppen. Sie ist eine Voraussetzung für eine gerechte, demokratische und solidarische Gesellschaft. Wenn Menschen frei von Gewalt leben können, wenn Sorgearbeit fair verteilt wird, wenn Vielfalt respektiert und Teilhabe ermöglicht wird, profi tieren wir alle davon.

Das Motto als Einladung

Die BFW 2027 laden dazu ein, über die Herausforderungen unserer Zeit ins Gespräch zu kommen, neue Perspektiven kennenzulernen und gemeinsam nach Antworten auf die Frage zu suchen, wie ein gutes Leben für alle in Brandenburg gelingen kann.
Sie schaffen Räume für Austausch, Begegnung und Vernetzung. Räume, in denen Erfahrungen geteilt, Wissen weitergegeben und neue Ideen entwickelt werden können. Räume, in denen Unterschiede sichtbar werden dürfen, ohne das Gemeinsame aus dem Blick zu verlieren.
Denn die Angriffe auf Gleichstellung werden lauter. Unsere Antworten darauf müssen es auch werden. Nicht nur im Widerspruch gegen Ungerechtigkeit, sondern auch in der Vorstellung davon, wie eine gerechte Zukunft aussehen kann.
Die Brandenburgischen Frauenwochen eröffnen Perspektiven auf das, was möglich ist: mehr Teilhabe, mehr Solidarität, mehr Demokratie und mehr Zusammenhalt.

Schulter an Schulter. Für uns, für Alle.

Immer. Wi(e)der. Ständig.

Wie jedes Jahr fragen wir, was Brandenburger*innen für ein gutes Leben brauchen, was sie darin bestärkt und was sie davon abhält, dafür zu kämpfen oder einzustehen. Der Beirat der BFW ist gespannt auf die vielen verschiedenen Fragen, Perspektiven und Geschichten, die während der 37. BFW sichtbar werden!


Material und Downloadbereich

 


Wichtige Termine

  • Kernzeit der 37. Brandenburgischen Frauenwochen: 1.–31. März 2027
  • Landesweite Auftaktveranstaltung: 4. März 2027 in Potsdam
  • Antragsfrist für Fördermittel: 26. Oktober 2026 beim LASV
  • Veröffentlichung des Fördermerkblatts: 15. September 2026