Das Finanzministerium in Brandenburg plant eine dramatische Kürzung bei den freiwilligen Leistungen im Landeshaushalt. Das kann in einigen Bereichen sogar heißen, dass ganze soziale, kulturelle und politische Projekte gestrichen oder so stark gekürzt werden müssen, dass sie nicht mehr umgesetzt werden können. Nicht auf unsere Kosten, sagen Frauen, queere Personen und Familien, oft genug Superheld:innen des Alltags genannt, weil sie seit über einem Jahr die Coronakrise stemmen. Sie tragen die Hauptlast der Krise – sowohl im Privaten als auch im Berufsleben. Die Kürzungen werden besonders denen schaden, die die Gesellschaft in der Krise am Laufen gehalten haben. Das Bündnis fordert politische Maßnahmen, die kreativer sind als ein Rasenmäher. Stattdessen müssen Strukturen gestärkt und neue Wege gegangen werden – jetzt mehr denn je!

Wir zeigen auf die Probleme: 

Die Pandemie hat ein Loch im Landeshaushalt hinterlassen. Aber nicht nur das: unbezahlte Sorge- und Pflegearbeit belastet auch die privaten Haushalte.

Die Corona-Krise hat deutlich gezeigt, dass es große strukturelle Benachteiligungen und Ungerechtigkeiten zwischen den Geschlechtern in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens gibt. Durch die Krise haben sich die Probleme einmal mehr verschärft – insbesondere für Frauen, Familien und queere Menschen. Ihre Situation hat sich in den letzten Monaten durch Isolation, Quarantäne, Home-Schooling bzw. Kinderbetreuung und Home-Office zunehmend verschlechtert. Und wer beruflich im sozialen Sektor arbeitet, ist vielfach über die eigene Belastungsgrenze hinausgegangen. Viele Pflegekräfte tragen sich mit dem Gedanken, die Branche zu wechseln.

Begegnungs-, Beratungs- und Hilfestrukturen und Organisationen, die sich für gesellschaftliche Teilhabe, Vielfalt und Toleranz einsetzen, wie auch Schutzeinrichtungen für Frauen, Familien oder Migrant:innen haben hart unter der Krise gelitten. Trotzdem sind sie seit März 2020 für die Menschen in dieser schwierigen Zeit da. Und genau diese Strukturen sind es – und werden es auch zukünftig sein – die einen unerlässlichen Beitrag leisten, wenn es um die Verarbeitung der psychosozialen Folgen der Pandemie geht. Akteur:innen sollten nicht um ihre Existenz bangen müssen – weder in Krisen noch davor oder danach.

Wer zahlt am Ende für die Krise? Sind es diejenigen, die auch schon vorher benachteiligt waren?

Wir befürchten, dass Ungleichheiten und soziale Ungerechtigkeit weiter zunehmen werden: es zeichnet sich ab, dass es kein Konzept gibt, wie wir aus der Krise lernen wollen und wie die Krise bezahlt werden soll. Der Rotstift wird angesetzt und es soll überall gleich gekürzt werden. Das ist der falsche Weg.

Wir fordern einen Ansatz, der die Folgen der Krise nach ihren Auswirkungen auf die Geschlechter bemisst.

Wir wollen anders aus der Krise gehen, als wir hinein gekommen sind!

Der Landeshaushalt 2022 darf frauen-, gender- und gleichstellungspolitische Projekte, Vereine und Initiativen nicht zerstören. Denn sie arbeiten an Themen, die Verfassungsrang haben und für die die Koalition sich ausgesprochen hat. Wer ehrenamtlich Aktiven und zivilgesellschaftlichen Gruppen die ausreichende Finanzierung verweigert, schwächt damit das Engagement für Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern auf allen politischen Ebenen.

Es reicht! Wir stehen geschlossen und solidarisch zusammen, laut und groß! Wir wollen allen eine Stimme geben, die durch die Krise zunehmend in der Gesellschaft immer weiter in den Hintergrund gedrängt wurden.

Die Superheld:innen in Brandenburg halten zusammen!

Schließt Euch unserem Aufruf an, tragt Euch unten in das Formular ein!

Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) im Land Brandenburg
Arbeitslosenverband Deutschland, Landesverband Brandenburg e.V.
Autonomes Frauenzentrum Potsdam e.V.
Brandenburger Landfrauenverband e.V.
Beratungs- und Krisenzentrum für Frauen Rathenow
Bündnis 90/Die Grünen, Landesverband Brandenburg, LAG Feminismus
DIE aNDERE
Demokratischer Frauenbund, Landesverband Brandenburg e.V. (dfb)
Deutscher Gewerkschaftsbund Berlin-Brandenburg
Dreist e.V.
Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft Frauen (EVG)
Frauen in der Evangelischen Kirche Berlin – Brandenburg – schlesische Oberlausitz
Frauenzentrum Cottbus e.V.
Frauenzentrum Schwedt
Frauenpolitischer Rat Land Brandenburg e.V. (FPR)
Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstfördernden e.V., Gruppe Brandenburg (GEDOK)
Hebmmenverband Deutschland, Landesverband Brandenburg e.V.
InVia – Katholischer Verband für Mädchen und Frauensozialarbeit für das Erzbistum Berlin e.V.
Jugendforum Falkensee
Katholischer Deutscher Frauenbund Diözesanverband Berlin e. V.  (KDFB Berlin)
Kontakt und Koordinierungsstelle Mädchen*arbeit im Land Brandenburg (KuKMA)
Landesverband AndersArtig e.V.
Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten an brandenburgischen Hochschulen (LaKoG)
Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Land Brandenburg (LAG kGBA)
Liberale Frauen Brandenburg
LINKE Frauen Brandenburg
Netzwerk der brandenburgischen Frauenhäuser e.V.
Ökologisch-Demokratische Partei Brandenburg
Selbsthilfegruppen Alleinerziehender, Landesverband Brandenburg e.V. (SHIA)
Unabhängige Frauenliste Königs Wusterhausen
Unabhängiger Frauenverband Brandenburg e.V.
Verdi Berlin-Brandenburg
Verband Alleinerziehender Mütter und Väter Landesverband Brandenburg e.V. (VAMV)
Zonta Club Potsdam

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