Nach den Aktionswochen ist vor der Veränderung – Zum Ende der BFW und den Internationalen Wochen gegen Rassismus

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus und die Brandenburgischen Frauenwochen sind vorbei. Die Fahnen werden eingeholt, die Veranstaltungskalender leeren sich, die Social-Media-Beiträge werden seltener. Und dann? Dann geht der Alltag weiter – mit all seinen Ungleichheiten, Ausgrenzungen und Barrieren, die nicht verschwinden, weil eine Aktionswoche zu Ende ist.
Sichtbarkeit ist wichtig. Aber Sichtbarkeit allein verändert nichts.
Aktionswochen sind wertvoll. Sie schaffen Räume für Gespräche, die sonst zu selten stattfinden. Sie machen Themen sichtbar, die im Rauschen des Alltags untergehen. Sie bringen Menschen zusammen, die sonst nicht zusammenkämen. Das alles ist real und wichtig.
Aber Rassismus hört nicht auf, weil der März endet. Sexismus verschwindet nicht mit dem letzten Programmpunkt der Frauenwochen. Und wer feministisch denkt, weiß: Unterdrückung kommt selten allein. Rassismus, Sexismus, Klassismus, Ableismus – Diese Systeme der Abwertung greifen ineinander, verstärken sich gegenseitig und treffen Menschen an mehreren Stellen gleichzeitig. Schwarze Frauen*, Migrantinnen*, queere Menschen of Color erleben Diskriminierung nicht als Addition, sondern als Verstrickung in einer Gesellschaft, die sie an mehreren Fronten gleichzeitig angreift.
Das bedeutet: Wer für Frauenrechte kämpft und dabei schweigt, wenn Rassismus um sich greift, kämpft nur für manche Frauen. Und wer Rassismus bekämpfen will, ohne Sexismus mitzudenken, lässt viele zurück. Echte Gleichstellung ist unteilbar oder sie ist keine.
Weitermachen. Konkret. Mit dem richtigen Handwerkszeug.
Die gute Nachricht: Es gibt Wege, das Engagement über Aktionswochen hinaus lebendig zu halten. Einen davon möchten wir euch heute vorstellen.
Das GLEICH – ABC zu Gleichstellung & Chancengleichheit ist ein Faltblatt, das Buchstabe für Buchstabe durch zentrale Begriffe rund um Gleichstellung und Chancengleichheit führt. Erstellt wurde es von Dr.in Fatma Haron, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Potsdam-Mittelmark, und der Künstlerin Patricia Vester. Wir vom FPR übernehmen in Kooperation die Öffentlichkeitsarbeit im digitalen Raum.
GLEICH ist keine abgeschlossene Enzyklopädie und erhebt keinen Anspruch auf das letzte Wort. Es ist eine Einladung: zum Nachdenken, zum Dazulernen, zum Weiterentwickeln. Fehlt euch ein Begriff? Dann meldet euch – denn auch wir wollen dazulernen.
Jetzt bestellen – kostenlos!
Das Faltblatt ist kostenfrei bestellbar. Einfach eine E-Mail schreiben und dabei die gewünschte Anzahl angeben:
📧 fatma.haron@potsdam-mittelmark.de oder 📧 info@potsdam-mittelmark.de
Ob für die eigene Arbeit, für Bildungseinrichtungen, Bibliotheken, Beratungsstellen oder einfach für den Küchentisch – GLEICH eignet sich überall dort, wo Menschen ins Gespräch kommen sollen.
Buchstabe für Buchstabe: wöchentlich auf unseren Social Media Accounts
Damit die Themen nicht verstummen, starten wir ab dem 01. April eine neue wöchentliche Reihe:
Jede Woche stellen wir einen Buchstaben aus dem GLEICH – ABC vor. Ein Impuls. Klein genug für den Alltag, groß genug, um etwas zu bewegen.
Denn Gleichstellungsarbeit und Anti-Rassismusarbeit brauchen Kontinuität. Nicht als Pflichtübung, sondern als Haltung.
Eine Haltung, die sich in Gesprächen zeigt, in Entscheidungen, in kleinen und großen Momenten des Alltags.
Seid dabei. Lernt mit. Teilt es weiter.
Macht GLEICH sichtbar – über den März hinaus.


