Tag der Hebammen 2026: Für eine starke Geburtshilfe in Brandenburg
Am 5. Mai ist Internationaler Tag der Hebammen. Ein Tag, der daran erinnert, wie unverzichtbar Hebammen für unsere Gesellschaft sind – und wie dringend bessere Rahmenbedingungen gebraucht werden. Hebammen begleiten Menschen in einer der prägendsten Phasen ihres Lebens: rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Sie schenken Sicherheit, stärken Selbstbestimmung und leisten emotionale wie medizinische Unterstützung. Dennoch arbeiten viele Hebammen seit Jahren unter enormem Druck.
Auch in Brandenburg bleibt die Versorgungssituation angespannt – insbesondere im ländlichen Raum. Gleichzeitig zeigt sich, wie wichtig politische Unterstützung und langfristige Investitionen in die Geburtshilfe sind. Das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt (MASGZ) hebt in seiner aktuellen Mitteilung zum Hebammentag hervor, dass die Anstrengungen zur Fachkräftegewinnung erste Erfolge zeigen: In diesem Jahr konnten 19 neue Hebammen-Absolventinnen in Brandenburg begrüßt werden. Seit 2020 wird die Ansiedlung von Hebammen im ländlichen Raum finanziell unterstützt.
Das ist ein wichtiges Signal. Doch es braucht mehr als gute Nachrichten zum Aktionstag. Hebammen benötigen verlässliche Arbeitsbedingungen, eine flächendeckende Versorgung, faire Vergütung und echte politische Prioritätensetzung. Gerade in Zeiten von Klinikschließungen, Personalmangel und steigender Belastung darf Geburtshilfe nicht weiter an ihre Grenzen gedrängt werden.
Wie vielfältig, intensiv und emotional die Arbeit von Hebammen ist, zeigt auch die ZDF-Serie Push. Die zweite Staffel startet am 22. Mai in der ZDFmediathek und erzählt erneut tabufrei und realitätsnah vom Klinikalltag dreier Hebammen. Themen wie Schwangerschaft, Geburt, Überlastung im Gesundheitswesen und die Vereinbarkeit von Verantwortung und Privatleben stehen dabei im Mittelpunkt. Laut ZDF soll die Serie erneut „authentisch und ohne Tabus“ erzählen, was Geburtshilfe heute bedeutet.
Dass eine Serie über Hebammen auf so großes öffentliches Interesse stößt, zeigt auch: Geburtshilfe ist kein Nischenthema. Sie betrifft uns alle. Schwangerschaft, Geburt und Care-Arbeit sind gesellschaftliche Themen – und keine privaten Randnotizen. Gerade deshalb braucht es mehr Sichtbarkeit für die Arbeit von Hebammen und mehr politische Aufmerksamkeit für die strukturellen Probleme im Gesundheitswesen.
Als Frauenpolitischer Rat Land Brandenburg e.V. sagen wir: Gute Geburtshilfe ist Teil einer feministischen Gesundheitsversorgung. Wer Selbstbestimmung rund um Schwangerschaft und Geburt stärken will, muss Hebammen stärken.
Zum Internationalen Tag der Hebammen danken wir allen Hebammen in Brandenburg für ihre Arbeit, ihre Kraft und ihre tägliche Unterstützung von Familien. Gleichzeitig bleibt klar: Anerkennung allein reicht nicht. Es braucht endlich nachhaltige Verbesserungen für eine wohnortnahe, sichere und würdevolle Geburtshilfe.
Links zum Thema:
- Hebammenverband Brandenburg e.V.
- rbb24: Als Hebamme unterwegs auf dem Land, 01.12.2025
- MASGZ: Pressemitteilung Tag der Hebammen 2026, 04.05.2026
- ZDF Mediathek: PUSH, ab 22. Mai startet die zweite Staffel


