Geburtshilfe stärken statt kaputtsparen: Frauen, Familien und Hebammen brauchen verlässliche Unterstützung
Mit dem geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz will die Bundesregierung die Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung stabilisieren. Doch die vorgesehenen Einsparungen stoßen auf breite Kritik. Auch der Deutsche Hebammenverband (DHV) warnt vor erheblichen Folgen für die Geburtshilfe und die Versorgung von Schwangeren, Müttern und Familien.
Als Frauenpolitischer Rat Land Brandenburg teilen wir diese Sorge. Eine gute Geburtshilfe ist keine freiwillige Zusatzleistung, sondern ein zentraler Bestandteil der Gesundheitsversorgung und der öffentlichen Daseinsvorsorge. Gerade in einem Flächenland wie Brandenburg sind wohnortnahe Angebote, ausreichend Hebammen und gute Betreuungsbedingungen unverzichtbar.
Einsparungen mit weitreichenden Folgen
Der Deutsche Hebammenverband kritisiert, dass das Gesetz vor allem auf Kürzungen setzt, statt langfristige und nachhaltige Reformen des Gesundheitssystems anzustoßen. Besonders problematisch sind aus Sicht des Verbandes die geplanten Eingriffe in das Pflegebudget sowie die Begrenzung der Vergütungssteigerungen für freiberufliche Gesundheitsberufe.
Der DHV befürchtet, dass dadurch weniger Hebammen in Kreißsälen und Kliniken zur Verfügung stehen werden. Bereits heute arbeiten viele Hebammen unter hoher Belastung. Verschlechterte Arbeitsbedingungen und fehlende finanzielle Perspektiven könnten dazu führen, dass noch mehr Fachkräfte den Beruf verlassen oder ihre Tätigkeit einschränken.
Die Folgen würden nicht nur die Beschäftigten treffen. Sie hätten direkte Auswirkungen auf Schwangere, Gebärende und Familien: längere Anfahrtswege, eine stärkere Belastung der vorhandenen Kreißsäle und weniger Zeit für die individuelle Betreuung während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett.
Hebammen sind Teil der Lösung
Der Deutsche Hebammenverband macht deutlich, dass Hebammen nicht als Kostenfaktor betrachtet werden dürfen. Gute Hebammenversorgung stärkt Prävention, entlastet andere Bereiche des Gesundheitssystems und verbessert die gesundheitlichen Chancen von Müttern und Kindern. Internationale Erfahrungen und zahlreiche Studien zeigen, dass eine kontinuierliche Hebammenbetreuung zu besseren gesundheitlichen Ergebnissen beitragen kann.
In seinem Positionspapier formuliert der DHV fünf zentrale Forderungen: die Stärkung der Gesundheitsberufe, den vollständigen Erhalt des Pflegebudgets, die Abschaffung der Vergütungsdeckelung für Freiberufliche, eine höhere Beteiligung des Bundes an der GKV-Finanzierung sowie die Anerkennung von Hebammen als wichtigen Teil einer zukunftsfähigen Gesundheitsversorgung.
Geburtshilfe ist eine Gleichstellungsfrage
Die Qualität der Geburtshilfe betrifft Frauen unmittelbar. Wenn Hebammen fehlen, Kreißsäle schließen oder Versorgungsangebote ausgedünnt werden, sind die Auswirkungen vor allem bei denjenigen spürbar, die schwanger sind, gebären oder Unterstützung im Wochenbett benötigen.
Deshalb braucht es eine Politik, die Gesundheitsversorgung nicht auf kurzfristige Einsparungen reduziert. Stattdessen müssen die Bedürfnisse von Frauen, Kindern und Familien konsequent in den Mittelpunkt gestellt werden.
Der Frauenpolitische Rat Land Brandenburg unterstützt die Forderung nach einer verlässlichen, bedarfsgerechten und wohnortnahen Hebammenversorgung. Geburtshilfe darf nicht kaputtgespart werden. Wichtige Arbeit leistet hier unsere Mitgliedsorganisation Hebammenverband Brandenburg.
Quellen:
Forderungen des Hebammenverbands zum GKV Spargesetz


