Mehr Sichtbarkeit für Hilfsangebote nach sexualisierter Gewalt
Das Unterstützungsangebot „SOS nach Vergewaltigung – Medizinische Soforthilfe und vertrauliche Spurensicherung“ ist ab sofort mit einem umfassend überarbeiteten Internetauftritt online. Die neue Plattform bündelt Informationen zu medizinischer Soforthilfe, vertraulicher Spurensicherung sowie Beratungs- und Unterstützungsangeboten für Betroffene sexualisierter Gewalt, Angehörige und Fachkräfte.
Als Frauenpolitischer Rat Land Brandenburg begrüßen wir den Ausbau dieses wichtigen Angebots. Nach sexualisierter Gewalt benötigen Betroffene schnelle Orientierung, verlässliche Informationen und niedrigschwelligen Zugang zu Unterstützung. Die neue Webseite trägt dazu bei, Hemmschwellen abzubauen und Hilfsangebote leichter auffindbar zu machen.
Besonders hervorzuheben sind die verbesserte Barrierefreiheit und die mehrsprachigen Informationen. Zentrale Inhalte stehen unter anderem in Leichter Sprache sowie auf Englisch, Polnisch, Ukrainisch und Arabisch zur Verfügung. Damit wird der Zugang zu wichtigen Informationen für viele Menschen erleichtert.
Ein Schwerpunkt der Webseite liegt auf der vertraulichen Spurensicherung. Sie ermöglicht es Betroffenen, Spuren einer Vergewaltigung oder anderer sexualisierter Gewalt gerichtsfest sichern zu lassen, ohne unmittelbar Anzeige erstatten zu müssen. Die Entscheidung über weitere rechtliche Schritte kann zu einem späteren Zeitpunkt selbstbestimmt getroffen werden. Die gesicherten Spuren werden pseudonymisiert für zehn Jahre aufbewahrt.
Neben Informationen zur medizinischen Versorgung verweist die Plattform auch auf psychosoziale Beratungsangebote, therapeutische Unterstützung und weitere Hilfsstrukturen. Damit macht sie deutlich: Unterstützung endet nicht mit der medizinischen Behandlung. Für viele Betroffene sind Beratung, Begleitung und therapeutische Hilfe wichtige Schritte auf dem Weg zurück zu Sicherheit, Stabilität und Selbstbestimmung.
Das seit 2019 vom Brandenburgischen Landesinstitut für Rechtsmedizin koordinierte Netzwerk umfasst inzwischen 13 Kliniken in Brandenburg. Mit dem neuen Webauftritt wird ein wichtiges Zeichen für mehr Sichtbarkeit, bessere Information und einen niedrigschwelligen Zugang zu Hilfe nach sexualisierter Gewalt gesetzt.
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