Neuer Gleichstellungsdatenreport: Wo steht Brandenburg in Sachen Gerechtigkeit?

Posted by on Sep. 1, 2026 in Allgemein

Trotz vieler Fortschritte in den vergangenen Jahrzehnten sind geschlechtsspezifische Ungleichheiten in Brandenburg nach wie vor in allen Lebensbereichen spürbar. Das zeigt der neue Gleichstellungsdatenreport Brandenburg, der von der Sozialwissenschaftlerin Dr. Irene Savin Pimminger im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt des Landes Brandenburg erstellt wurde.

Der Bericht liefert ein umfangreiches und differenziertes Lagebild in sieben Kapiteln – von Demografie und Bildung über Erwerbstätigkeit, Sorgearbeit und politische Teilhabe bis hin zu Gesundheit und geschlechtsbezogener Gewalt.

Die zentralen Ergebnisse im Überblick

  • Demografische Besonderheiten: Unter jungen Erwachsenen (20 –  30-Jährige) gibt es in Brandenburg einen starken, regional variierenden Männerüberhang. Auch die Differenz von Zuzugg-Fortzug weist auf, dass besonders junge Frauen die ländlicheren Räume Brandenburgs verlassen.

  • Ungleiche Sorgearbeit: Frauen arbeiten nach wie vor häufiger in Teilzeit und leisten den Hauptteil der Sorgearbeit. Während Frauen im Schnitt 12,9 Monate Elternzeit nehmen, sind es bei Männern gerade einmal 3,2 Monate – ein Wert im bundesweiten Durchschnitt. Auch bei der Arbeitszeit-Gap von Eltern mit Kleinkindern ist die ungleicher Verteilung deutlich zu erkennen: Die durchschnittliche Differenz bei Elternpaaren liegt wöchhentlich bei 18,7 Wochenstunden.

  • Finanzielle Unsicherheit und Armutsrisiko: Der Report blickt tief hinter die Kulissen der finanziellen Ungleichheit. Bei rund der Hälfte der abhängig beschäftigten Frauen und fast zwei Fünfteln der Männer reicht das Monatsentgelt nicht für eine eigenständige Existenzsicherung aus. Das höchste Armutsrisiko tragen nach wie vor Alleinerziehende.

Was muss jetzt passieren?

Auch wenn die Ergebnisse uns beim FPR nicht überraschen, sind aktuelle Daten wichtig, um Handlungsstrategien und Forderungen weiterzuentwickeln.

Wie auch die Gleichstellungsbeauftragte des Landes Brandenburg, Dr. Uta Kletzing, aufzeigt, schränken stereotype Rollenbilder nach wie vor die Wahlfreiheit von Mädchen, Jungen, Frauen und Männern ein. Um individuelle Lebensrealitäten nachhaltig zu verbessern, braucht es einen gezielten Abbau dieser Rollenmuster. Dafür setzen wir uns mit unserer Arbeit beim FPR und der KuKMA täglich ein.

Auch die Abwanderung junger Brandenburgerinnen ist alarmierend. Das Bundesland kann jedoch durch gute Ausbildungs- und Studienbedingungen, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie echte politische Teilhabe attraktiver gestaltet werden. Der Report macht deutlich: Gleichstellungspolitik ist eine Querschnittsaufgabe, die konsequent im Rahmenprogramm der Landesregierung verankert bleiben muss.

Blick in die Daten & Download

Den vollständigen Gleichstellungsdatenreport Brandenburg 2025 inklusive aller Tabellenbände und Analysen können Sie direkt über das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen (MASGZ) als Online-Version herunterladen oder als Publikation bestellen:

Direkt zum Download beim MASGZ