23.2.2026 | 48 Organisationen aus der gesamten Zivilgesellschaft und allen Regionen des Landes haben ein gemeinsames Statement zur Großen Anfrage der AfD unterzeichnet. Die große Zahl der Unterzeichnenden macht deutlich: Die Unterstützung für eine starke, vielfältige und unabhängige Zivilgesellschaft ist breit verankert.

© Aktionsbündnis Brandenburg
Zu den unterzeichnenden Organisationen zählen Gewerkschaften, Verbände der freien und gemeinnützigen Wohlfahrtspflege, freie Träger der Kultur- und Soziokultur, Bildungseinrichtungen, Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen sowie zahlreiche weitere zivilgesellschaftliche Zusammenschlüsse. Trotz unterschiedlicher Arbeitsfelder eint sie die Sorge um die Rahmenbedingungen zivilgesellschaftlichen Engagements und das klare Bekenntnis zu Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und gesellschaftlichem Zusammenhalt.
Oliver Wiedmann von Mehr Demokratie e.V. stellt klar: “Mit der großen Anfrage sollen Zweifel an der politischen Unabhängigkeit öffentlich geförderter Zivilgesellschaft gesät werden. Das Gegenteil ist der Fall. Die genannten Vereine sind ein wichtiger Baustein in einer pluralistischen Demokratie. Damit scheint die AfD ein Problem zu haben.”
„Hinter den parlamentarischen Anfragen der AfD steckt der Versuch, die Zivilgesellschaft einzuschüchtern und unliebsame Stimmen zum Schweigen zu bringen”, erklärt Thomas Wisch, Vorsitzender des Aktionsbündnisses gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Rassismus. „Wer sich für demokratische Vielfalt und gegen Rechtsextremismus engagiert, wird Ziel von Diffamierungen und Unterstellungen. Doch das zivilgesellschaftliche Engagement in Brandenburg ist stärker als die Anfeindungen der AfD. Wir begrüßen es, dass die Landesregierung sich von den Angriffen der AfD nicht beirren lässt und sich zur Förderung der Zivilgesellschaft bekennt. Wir wünschen uns, dass die Landespolitik der Zivilgesellschaft auch weiterhin den Rücken stärkt.”
„Wir fordern Öffentlichkeit und Politik auf, sich mit den Gruppen zu solidarisieren, die die AfD zum Feindbild erklärt hat. Es gilt Initiativen zu stärken, die sich für Toleranz, die Rechte von Geflüchteten, Migrant*innen, Frauen und Queers, für Bildung, partizipative Strukturen und eine Kultur der Vielfalt und des Miteinanders einsetzen. Sie bilden die Basis unserer Demokratie. Wir lassen nicht zu, dass sie blockiert, mit fadenscheinigen Argumentationen infrage gestellt und sukzessive abgeschafft wird.“, so Friederike Arndt vom Frauenpolitischen Rat Land Brandenburg e.V..
Die große Einigkeit über Sektor- und Themengrenzen hinweg unterstreicht, dass es sich bei den aufgeworfenen Fragen nicht um Einzelinteressen handelt, sondern um ein zentrales Anliegen der demokratischen Zivilgesellschaft insgesamt.
Die Organisationen fordern, zivilgesellschaftliches Engagement zu stärken, statt es unter Generalverdacht zu stellen, und erwarten einen konstruktiven politischen Dialog über die Rolle und Bedeutung der Zivilgesellschaft in einer offenen Demokratie.


