Die Brandenburgischen Frauenwochen sind deutschlandweit ein einzigartiges politisches Format, das engagierte Frauen jedes Jahr mit Leben füllen. In ganz Brandenburg werden mehr als 200 Veranstaltungen von ganz unterschiedlichen Veranstaltenden organisiert.

// Diskussionen // Theater // Kino // Ausstellungen // Sportveranstaltungen // Workshops // und viele mehr

Wir informieren, thematisieren Diskriminierungen und Missstände, transportieren unsere Forderungen in Gesellschaft und Politik, vernetzen und empowern uns gegenseitig.


Inhalt

 

 


Rückblicke: Veranstaltungen der 36. Brandenburgischen Frauenwochen

Knapp 270 Veranstaltungen wurden allein in unseren zentralen Veranstaltungskalender 2026 eingetragen. Von Workshops bis Kinovorstellungen. Von der Uckermark bis in die Lausitz. Die Veranstaltungen spiegeln die Vielfalt des Engagements von Frauen* in Brandenburg wieder. Danke an alle Beteiligten! Wir haben ein paar Fotos und Eindrücke von einigen Veranstaltungen zusammengetragen. Ihre ist nicht dabei? Senden Sie uns gern an frauenwochen@frauenpolitischer-rat.de Ihre Fotos und Kurzbeschreibung Ihrer Veranstaltung zu und wir können Stück für Stück ergänzen.

Frauen* Sprechen Klartext
05.03.2026, Hohen Neuendorf

© Landkreis Oberhavel/Lea Bellstedt

„Mit der Veranstaltung „Frauen sprechen Klartext“ hat am Donnerstag, 05.03.2025, in Hohen Neuendorf die Brandenburgische Frauenwoche im Landkreis Oberhavel begonnen. Zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gehörten auch Landrat Alexander Tönnies, die Vorsitzende des Kreistags Birgit Tornow-Wendland sowie die Bürgermeister aus Hohen Neuendorf und Birkenwerder, Steffen Apelt und Stephan Zimniok. Veranstalterin war die regionale Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Oberhavel. Ihr gehört auch Katharina Leschke an, im Landkreis zuständig für Gleichstellung. Etwa 70 Gäste nahmen an der Auftaktveranstaltung für die Frauenwoche teil. Darunter waren auch 20 Frauen, die in Kurzinterviews Klartext sprechen. Sie berichten von Herausforderungen in Familie und Beruf, Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen, ihr politisches Engagement, Gesundheit, Alter und biographische Brüche. Die jüngste Teilnehmerin war 17, die älteste 90 Jahre alt.“ (Quelle: 14.04.2026)

Die Broschüre „Frauen* sprechen Klartext“ gibt es hier zum Download.

Workshop: Deutlich und gewaltlos kommunizieren. Wie Frauen Wut in Bewegung und Sprache umwandeln.
25.03.2026, Wittenberge

Workshopleitung: Katja Thiele, Berufsschauspielerin und Trainerin für gewaltfreie Kommunikation.

»Wenn ich meine Wut spüren kann, ist das äußerst empowernd, weil Wut, eine Kraft hat, klare Grenzen zu setzen.« Katja Thiele

Wut in Bewegung setzen – Wenn Frauen Wut spüren und sie für sich nutzen

Ein neuartiger Workshop vereint Gewaltfreie Kommunikation, GFK, mit Schauspieltechniken. Das Ziel: Frauen dabei zu unterstützen, ihre Wut zu spüren, zu äußern und als Kraftquelle zu nutzen, statt sie unter den Teppich zu kehren.
Frauen erleben, dass weibliche Wut oft als hysterisch oder unerwünscht wahrgenommen wird, während sie bei Männern häufig als Stärke interpretiert wird. Ein spezieller Workshop-Tag, geleitet von einer erfahrenen Berufsschauspielerin und Trainern für Gewaltfreie Kommunikation, GFK, bricht mit diesem Tabu. Das Konzept: Wut nicht unterdrücken, sondern sie als wertvolle Energiequelle in Bewegung und Sprache umwandeln. Wie wichtig es ist, dass wir unsere Wut leben und ihr Raum geben.
Katja Thiele: »Die Kategorien negative und positive Gefühle: Für mich persönlich sind Gefühle inzwischen entweder herausfordernd oder leicht. Früher habe ich Gefühle positiv oder negativ bewertet. Oh, da ist ein negatives Gefühl, das will ich nicht haben, das will ich auch gar nicht spüren. Nun, für mich ist es ganz wichtig, auch die herausfordernden Gefühle wirklich zu durchleben und sie zu spüren, damit sie auch wieder vergehen können«.
Der Workshop begann mit einem den Körper lockernden Tanz, einer Reflektionsrunde und einem 2-Personen-Spaziergang durch 100 Gefühlskarten. Jedoch wie unterscheiden wir Gefühle und Pseudogefühle? Dazu spielten die Frauen wechselseitig der gegenüberstehenden Gruppe ein Gefühl oder Pseudogefühl vor, damit diese es raten. Pseudogefühle sind kaum darstellbar, schlussfolgerte eine Teilnehmerin, während Gefühle sofort erkannt werden.
Anschließend übten die Frauen eine 4-Minuten Gesprächstechnik, bei der das Gegenüber schweigt: »Sprecht über ein Bedürfnis oder ihr sprecht über eine Begebenheit. Und die andere Person ist einfach nur da. Öffnet Euer Herz und lasst alles durchfließen. Und dann wechseln wir.«
Nach dem Workshop berichten viele Teilnehmerinnen von einem neuen Gefühl der Stärke. Sie sind einen ersten Schritt gegangen, Gefühle als nutzbaren Schatz zu betrachten sowie in Meetings oder schwierigen Gesprächen klarer und selbstbewusster für sich einzutreten.
Katrin Leverenz, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Wittenberge, sagt über den Workshop: „Ich denke, Frauen haben oft das Bedürfnis, sich zu äußern und auch sogenannte negative Gefühle anzusprechen. Oft trauen sie sich das nicht oder ergreifen nicht die Gelegenheit. Deswegen fand ich den heutigen Workshop für Frauen sehr wertvoll und ermutigend, nun die Kraft zu spüren, das Wort zu ergreifen, uns zu unseren Belangen zu äußern und so zu kommunizieren, dass wir beim Gegenüber mit unseren Anliegen ankommen. Da liegt noch ein Weg vor uns. Schritt für Schritt.«“ Text und Fotos von Simone Ahrend

 


Veranstaltungskalender 2026

Der interaktive Veranstaltungskalender ist jetzt online und wird stetig mit Veranstaltungen befüllt.

Sie haben auch etwas geplant? Veranstalter*innen können gerne weiterhin Veranstaltungen eintragen. Wenden Sie sich gerne an den FPR (frauenwochen@frauenpolitischer-rat.de) um Zugang zum passwortgeschützen Formular zu erhalten.

Der Kalender wird im Laufe des Monats März erweitert. Schauen Sie also gern regelmäßig vorbei!

Veranstaltungskalender

 

Hier gelangen Sie zur Anmeldung zur landesweiten Auftaktveranstaltung in Bad Belzig, 05.03.2026

 


Motto 2026: WTF – Wut trifft Feminismus

Ein Blick in die Schlagzeilen der letzten Wochen und Monate ließ uns oft denken – What the F**k?!

  • „Geschlechterneutrale Sprache: Kreistag Potsdam-Mittelmark beschließt Abschaffung“ LINK
  • „Vermummte greifen Besucher von Vielfaltsveranstaltung in Bad Freienwalde an“ LINK
  • „Brandenburger Schwangerschafts-Beratungsstellen von Schließung bedroht“ LINK
  • „Potsdamer Richterkandidatin Brosius-Gersdorf zieht sich zurück“ LINK

Solche Beispiele sind mehr als bloße Entgleisungen oder Einzelfälle. Sie zeigen, wie stark diskriminierende Denkmuster und Machtstrukturen in Politik und Gesellschaft wirken. Sie zeigen auch, wie sehr der Ton in Debatten sich verändert. Den Ton bestimmen die Lautesten– Zuhören, Miteinandersprechen, Lösungen suchen: Fehlanzeige.

Zudem werden vor allem Frauen und Minderheiten in der Öffentlichkeit unsachlich und aggressiv angegangen, was oft diese wichtigen Stimmen aus der Öffentlichkeit verdrängt.

Die Strategie des Antifeminismus, die hinter diesen Anfeindungen steckt, trifft dabei nicht nur Einzelpersonen, sondern uns als Gemeinschaft: Es ist ein Angriff auf die Demokratie.

Solche Entwicklungen haben Folgen: mehr digitale Hetze, mehr Einschüchterung im öffentlichen Raum, mehr Gewalt in Beziehungen, Beratungsstellen bekommen zu wenig Geld, es fehlt an Unterstützung für Betroffene von Gewalt und Diskriminierung. Auf den Punkt gebracht: WTF?!

Wut ist kein Ende, sie ist ein Anfang

Es ist unfassbar schwer, hier immer ruhig und sachlich zu bleiben. Wut hat viele Gesichter. Wut über Ungerechtigkeit, über Gewalt, über fehlende Anerkennung. Das alles macht auch uns wütend! Und das darf es, ja sollte es auch! Unsere Wut ist berechtigt. Lange wurde Frauen eingeredet, Wut stünde ihnen nicht. Wer wütend ist, gilt als „hysterisch“, „überzogen“ oder „gefährlich“. Diese Zuschreibungen gilt es aufzubrechen.

Aber: Wut ist für uns kein Selbstzweck. Sie ist ein Motor. Sie treibt uns an, wenn wir sehen, dass Ungerechtigkeit, Gewalt und Missachtung den Alltag vieler bestimmen. Sie gibt uns Kraft, wenn wir spüren: So darf es nicht bleiben.

Wir unterscheiden uns damit deutlich von denen, die mit Hass und Ausgrenzung Politik machen. Unsere Wut richtet sich nicht gegen Menschen – sie richtet sich gegen Strukturen, die Gleichberechtigung verhindern. Sie speist sich aus dem Wunsch nach mehr Gerechtigkeit, Solidarität und gelebter Demokratie.

Was Feminismus hier leistet

Feminismus zeigt Wege auf, wie aus Wut Veränderung werden kann:

  • Feminismus macht sichtbar, wo Macht ungleich verteilt ist.
  • Feminismus eröffnet Räume für Austausch und Solidarität.
  • Feminismus verhindert Vereinzelung, denn: Niemand muss allein kämpfen.
  • Feminismus bietet Konzepte für gerechtere Strukturen, in denen alle Menschen frei leben können.

Klar ist auch: Wir allein können die Probleme nicht lösen. Es braucht Gesetze und politische Entscheidungen, die Antifeminismus den Boden entziehen und Gleichstellung voranbringen. Politik muss Verantwortung übernehmen – wir fordern diese ein.

Wut bewegt und Mut lenkt uns dabei.

Gerade in Brandenburg, wo viele Menschen ehrenamtlich Verantwortung übernehmen und sich trotz Widerständen für ein solidarisches Miteinander einsetzen, zeigt sich: Wut kann eine Kraftquelle sein. Aus Frust wird Energie, aus Stillstand wird Bewegung.
Unser Motto „WTF – Wut trifft Feminismus“ macht Mut, Wut nicht zu unterdrücken, sondern als Motor für Gerechtigkeit, Gleichstellung und Demokratie zu nutzen. Es ist nicht das Ende, sondern ein weiterer Schritt auf dem Weg zu Gleichberechtigung.

Wir wollen uns auf den 36. Brandenburgischen Frauenwochen austauschen:

  • Wie können wir Wut in positive Veränderung verwandeln?
  • Wo braucht es mehr Mut, um in Brandenburg Gleichberechtigung durchzusetzen?
  • Welche Räume geben uns die Möglichkeit, Wut zu äußern, ohne dafür verurteilt zu werden?
  • Kann uns unsere Wut verbinden – miteinander solidarisch, statt aufeinander wütend?

Wie jedes Jahr fragen wir, was Brandenburger*innen für ein gutes Leben brauchen und was sie davon abhält, dafür zu kämpfen oder einzustehen. Der Beirat der Brandenburgischen Frauenwochen ist gespannt auf die vielen verschiedenen Fragen, Perspektiven und Geschichten, die während der 36. Brandenburgischen Frauenwochen sichtbar werden!

Wir freuen uns auf Ihre und Eure Veranstaltungen und Ideen. Werden Sie/werdet aktiv!

Die 36. Brandenburgischen Frauenwochen werden vom Frauenpolitischen Rat Land Brandenburg e.V. (FPR) koordiniert.
Bitte melden Sie Ihre/meldet Eure Ideen und Veranstaltungen an den FPR. Wir beraten zum Motto, unterstützen die Öffentlichkeitsarbeit und stellen den Kontakt zur lokalen Gleichstellungsbeauftragten her und freuen uns auf den Austausch.

Die Kernzeit der 36. Brandenburgischen Frauenwochen ist der 01. – 31. März 2026.

Es gab wie jedes Jahr die Möglichkeit, Anträge zur finanziellen Förderung bei der Landesgleichstellungsbeauftragten zu stellen. Anträge mussten bis zum 14. November 2025 dem LASV vorliegen. Das zugehörige Merkblatt finden Sie unten im Downloadbereich.

 


Material und Downloadbereich

 

Das Antragsformular ist mit den weiteren Informationen auf der Seite des LASV zu finden.

Das Merkblatt zur 36. BFW 2026 finden Sie hier.

Die Handreichung zum Motto der 36. BFW 2026 zum Download und Weiterverbreitung.