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Frauengeschichte(n) sichtbar machen

Zu keiner Zeit der Geschichte waren Frauen tatenlos, dennoch sind sie in der historischen Überlieferung oft unsichtbar geblieben. Das ist in Königs Wusterhausen nicht anders als anderswo. Wir, die Frauen von der Unabhängigen Frauenliste Königs Wusterhausen  wollten das ändern und machten uns auf die Suche nach den Frauen in unserer Stadtgeschichte. Das war 2011.

23 spannende Lebensgeschichten tatkräftiger Frauen

Unterstützung bekamen wir von den Ortschronistinnen und Ortschronisten, von geschichtlich Interessierten aus der Stadt und den Ortsteilen. Gefunden und aufgeschrieben haben wir bisher die Lebensgeschichten von 23 tatkräftigen Frauen aus Königs Wusterhausen, Deutsch Wusterhausen, Kablow, Neue Mühle, Niederlehme, Senzig, Zeesen und Zernsdorf.

Dazu gehören bekanntere Namen wie die der Schauspielerinnen Henny Porten und Marianne Hoppe. Aber ebenso die erste Sängerin im deutschen Rundfunk Edith Bach, nach der inzwischen ein Gebäude der Fachhochschule für Finanzen des Landes Brandenburg in Königs Wusterhausen benannt wurde. Auch die Erfinderin einer Fibel für blinde Kinder in der DDR, eine Schriftstellerin, Malerin, Schleusenwärterin und eine Fast-Teilnehmerin an den Olympischen Spielen 1928, auch preußische Prinzessinnen und eine Germanin aus dem 3. Jahrhundert sind dabei.

Veröffentlicht haben wir die Ergebnisse unserer Recherchen 2014 in einer Broschüre über „Orte und Spuren von Frauen in Königs Wusterhausen“, deren zweite, um vier Frauen ergänzte Auflage im vergangenen Jahr erschien.

Bisher über 50 FrauenOrte im Land Brandenburg

Sichtbarster Ort in Königs Wusterhausen, Frauen und ihr Wirken zu würdigen, ist seit 2014 die Schleuse im Stadtzentrum. Denn genau dort befindet sich seitdem ein FrauenOrt des Landes Brandenburg. Er ist gleichfalls Ergebnis unserer Frauengeschichtsforschung und erinnert an die Schleusenwärterin Emma Pufahl, die hier gearbeitet hat und noch mit 65 Jahren ihren Berufsabschluss als Facharbeiterin für Wasserbautechnik machte.

Derzeit planen wir, basierend auf unserer Broschüre, als touristisches Angebot eine Radtour zu den verschiedenen Stätten, an denen die Frauen ihre Spuren in Königs Wusterhausen hinterlassen haben. Und bis 2019, wenn sich die Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland zum 100. Mal jährt, werden wir hoffentlich mehr wissen über die erste Frau, die 1919 in die Königs Wusterhausener Gemeindevertretung einzog. Ihren Namen kennen wir schon: Minna Haug.

Text: Cathrin Meixner, Unabhängige Frauenliste Königs Wusterhausen
Fotos: Archiv

Die Broschüre ist gegen eine Schutzgebühr von 2 € erhältlich in:
Touristinformation am Bahnhof (Bahnhofsvorplatz 5, 15711 Königs Wusterhausen)
Stadtbuchhandlung Radwer (Bahnhofstr. 11, 15711 Königs Wusterhausen)
Dahmelandmuseum (Schlossplatz 7, 15711 Königs Wusterhausen)

 

 

 

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