Frauengesundheit ist keine Sparmaßnahme: Petition „Frauengesundheit sichern“

Posted by on Sep. 4, 2026 in Allgemein

Der Zugang zu gynäkologischer Vorsorge, Krebsfrüherkennung und Schwangerschaftsbetreuung ist ein zentraler Bestandteil der gesundheitlichen Grundversorgung. Genau deshalb stellen wir die Petition „Frauengesundheit sichern“, die derzeit beim Deutschen Bundestag mitgezeichnet werden kann, vor. Die Petition fordert Änderungen am GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, um die ambulante frauenärztliche Versorgung dauerhaft abzusichern.

Vorsorge und Behandlungen unter Kostendruck führen zu Wartezeiten und Einschränkung der medizinischen Versorgung

Frauenärztliche Praxen begleiten Mädchen*, Frauen* und Schwangere in allen Lebensphasen. Sie leisten Vorsorge, erkennen Erkrankungen frühzeitig, begleiten Schwangerschaften und unterstützen bei chronischen Beschwerden wie Endometriose oder Wechseljahresbeschwerden. Werden diese Leistungen unter stärkeren Kostendruck gesetzt, drohen längere Wartezeiten und eine schlechtere Erreichbarkeit medizinischer Versorgung. Davor warnt auch der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte (BVF). Nach dessen Berechnungen könnten bundesweit bis zu 3,5 Millionen kurzfristig verfügbare frauenärztliche Termine pro Jahr betroffen sein.

Flächenland Brandenburg: Lange Wege und Versorgungsengpässe

Für Brandenburg ist diese Entwicklung besonders kritisch. Schon heute stellt die medizinische Versorgung im ländlichen Raum viele Frauen vor Herausforderungen. Lange Wege, eine ungleiche Verteilung von Facharztpraxen und regionale Versorgungsengpässe erschweren den Zugang zu Gesundheitsleistungen. Wenn Vorsorge- und Früherkennungsangebote künftig schwerer zugänglich werden, trifft dies insbesondere Frauen in strukturschwächeren Regionen.

Dabei wissen wir: Prävention rettet Leben. Regelmäßige Krebsfrüherkennung ermöglicht es, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und erfolgreich zu behandeln. Eine verlässliche Schwangerenvorsorge schützt die Gesundheit von Mutter und Kind. Und auch Beschwerden, die häufig als „Frauenprobleme“ abgetan werden, benötigen eine zeitnahe medizinische Abklärung und Behandlung.

Aus feministischer Perspektive geht es dabei um mehr als die Finanzierung einzelner Leistungen. Frauengesundheit wurde lange Zeit im Gesundheitswesen nicht ausreichend berücksichtigt. Noch immer bestehen Forschungslücken, Versorgungslücken und geschlechtsspezifische Ungleichheiten in Diagnostik und Behandlung. Eine zukunftsfähige Gesundheitspolitik muss diese Defizite abbauen – nicht neue Hürden schaffen.

Petition „Frauengesundheit sichern“ des Berufsverbands der Frauenärztinnen und Frauenärzte

Die Petition „Frauengesundheit sichern“ wurde am 26. August 2026 veröffentlicht und hat das erforderliche Quorum von 30.000 Unterstützungen bereits deutlich überschritten. Damit wird sie im weiteren Verfahren vom Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages behandelt. Die Mitzeichnung ist noch bis zum 7. Oktober 2026 möglich.

Frauengesundheit ist kein Luxus. Sie ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Vorsorge, Früherkennung und eine verlässliche medizinische Begleitung dürfen nicht von Sparzwängen abhängig gemacht werden.

Weitere Informationen zur Petition finden Sie bei der Petition des Deutschen Bundestages sowie auf der Kampagnenseite des Berufsverbandes der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V.