DER PARITÄTISCHE: Kürzungen, die Familien treffen und Frauen besonders
Die aktuellen Enthüllungen des Paritätischen Gesamtverbands sind alarmierend. Ein internes Arbeitspapier von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden zeigt, dass drastische Kürzungen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Unterstützung von Menschen mit Behinderungen diskutiert werden. Insgesamt stehen mehr als 70 Einsparvorschläge mit einem Volumen von mindestens 8,6 Milliarden Euro im Raum.
Was zunächst wie eine haushaltspolitische Debatte wirkt, hat konkrete Auswirkungen auf das Leben von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien. Geplant sind unter anderem Einschränkungen bei individuellen Hilfen, Einschnitte beim Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende sowie die Schwächung zentraler Unterstützungsstrukturen.
Besonders problematisch ist, dass Kürzungen bei Angeboten für Kinder und Jugendliche nie nur diese selbst betreffen. Sie verlagern Verantwortung zurück in die Familien. Und diese Verantwortung wird nach wie vor überwiegend von Frauen getragen. Frauen leisten den größten Teil der unbezahlten Care-Arbeit, organisieren Betreuung, begleiten Bildungswege und gleichen fehlende Unterstützung aus. Wenn staatliche Leistungen gekürzt werden, steigt die Belastung. Gleichzeitig sinken Erwerbschancen und das Armutsrisiko wächst.
Alleinerziehende sind davon in besonderem Maße betroffen. Sie tragen häufig die alleinige Verantwortung für Betreuung und Einkommen. Werden Leistungen wie der Unterhaltsvorschuss eingeschränkt, trifft das vor allem Mütter und ihre Kinder.
Die vorgeschlagenen Einsparungen stellen sozialpolitische Fortschritte infrage. Sie verkennen, dass Investitionen in Kinder, Jugendliche und Familien eine zentrale Grundlage für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Chancengleichheit sind.
Als Frauenpolitischer Rat Land Brandenburg machen wir deutlich: Sozialabbau auf Kosten von Kindern und Familien verschärft bestehende Ungleichheiten. Eine Politik, die Care-Arbeit weiter in den privaten Bereich verschiebt, trifft vor allem Frauen. Notwendig sind stattdessen verlässliche Strukturen, ein Ausbau der Unterstützungsangebote und politische Entscheidungen, die die Lebensrealitäten von Frauen und Familien ernst nehmen.
Weitere Infos auf der Seite des DER PARITÄTISCHE Gesamtverband hier.
Eine Zusammenfassung der Kürzungen und was sie bedeuten finden Sie hier.
Die Petition zu „Teilhabe sichern: Keine Kürzungen bei Unterstützungsleistungen für Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderungen“ finden Sie hier.


