#Ichstillwoichwill auch in Brandenburg
Dafür, dass an einer Stillbeziehung üblicherweise nur Mutter und Kind teilhaben, haben dennoch viele Unbeteiligte Meinungen dazu.
Für viele Mütter ist Stillen im öffentlichen Raum mit Hürden, schrägen Blicken oder sogar unverschämten Kommentaren verbunden. Ein Vorfall in einem Einkaufszentrum, bei dem eine Mutter des Raumes verwiesen wurde, hat bundesweit eine Welle der Empörung und der Solidarität ausgelöst. (Siehe hierzu: Frau stillt Baby in Europagalerie – Sicherheitsdienst schreitet ein, 29.05.2026)
Unter dem Hashtag #Ichstillwoichwill erobern Mütter den öffentlichen Raum zurück und machen auf ein gesellschaftliches Selbstverständnis aufmerksam, das längst überfällig ist.
Es geht hier um weit mehr als „nur“ das Nahrungsbedürfnis von Babys. Es geht um Gleichberechtigung, Sichtbarkeit und das grundlegende Recht von Frauen auf Teilhabe am öffentlichen Leben. Der öffentliche Raum gehört uns allen. Auch mit Baby.
Wenn Menschen dazu gedrängt werden, sich zum Füttern ihrer Kinder in sterile Stillräume, auf Toiletten oder ganz in die heimischen vier Wände zurückzuziehen, ist das ein Ausschlusskriterium für gesellschaftliche Teilhabe. Der öffentliche Raum ist kein geschlechtsneutraler Ort, an dem Care-Arbeit unsichtbar gemacht werden soll. Im Gegenteil: Die Diskriminierung von Stillenden zeigt oft, dass weibliche Körper im öffentlichen Raum noch immer tabuisiert oder falsch bewertet werden, statt als das wahrgenommen zu werden, was sie sind: völlig normaler Teil des Lebens.
#Ichstillwoichwill auch in Brandenburg
Die Initiative #Ichstillwoichwill zeigt, wie kraftvoll gemeinschaftlicher Zusammenhalt sein kann. Bundesweit setzen Stillende ein Zeichen. Besonders beeindruckend sind Aktionen wie die rund um @still.in.cottbus auf Instagram. Mit dem Aufruf zu einem gemeinsamen Fotoshooting im Juli für Stillende und ihre Kinder in Cottbus wurde deutlich: Stillen in Brandenburg darf nicht unsichtbar gemacht werden. Mütter, die selbstbewusst dort stillen, wo sie sich gerade aufhalten und sich nicht verdrängen lassen.
Ein Blick nach vorn: Stillen in der Öffentlichkeit als Selbstverständlichkeit annehmen
Stillen in der Öffentlichkeit sollte eine Selbstverständlichkeit sein und das ganz ohne Debatten, ohne Vorbehalte und ohne moralische Wertung.
Wie wir das schaffen können?
- Entsexualisierung des weiblichen Körpers: Seine natürliche Funktionen im Alltag dürfen nicht mit Sexualität aufgeladen werden.
- Respekt statt abwertender Blicke: Für eine Haltung, die stillende Mütter mit Wertschätzung und Unterstützung empfängt.
- Offenheit statt Tabuisierung: Wenn wir Care-Arbeit im Stadtbild als das annehmen, was sie ist, schaffen wir ein Klima der Offenheit in Schulen, Betrieben und im Alltag.
- Sichtbarkeit von Müttern: Sorgearbeit darf im öffentlichen Raum nicht an den Rand gedrängt werden, sondern gehört mitten ins Leben.
Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass Mütter in Cottbus und im gesamten Land Brandenburg frei entscheiden können: Ich still, wo ich will!
Tipp: Schaut bei @still.in.cottbus vorbei, um die Eindrücke der Aktion zu entdecken und erfahrt auf ichstillwoichwill.de, was sich in eurer Nähe bewegt!



